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Full text of "Krauß ( 1929 1930) Hervorragende Gmuender"

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Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 2, 
Heft 10/11,1929, S. 81-86 


£en>orro 0 en&e <3tmin&cr 

L'i-ii Beruh. Strauß ©erauSßeber öcr früheren ©münber ©htonif 

On © ©cr,b$ «Wioßraphie ber ©ürtt. ©cfcftichte (2 85c.) Stuttgart 1895 
u»5 ibtKi, in 8, ftlaub’ ©münber flünftfer Stuttgart 1895 un5 1890 foroie tn 
beni 3tebevfd)en Berfonalfatalog 5er ©eiftlldjen be& ÖlStumS Blottenburg finb 
eine :Heibc bertmrraßenbcr ©tnünber aufgefühtt, auch befifce ich Slttfgeidjnuu» 
flfn beb t iHebaftcttrS ftrlgenfchaf un5 enblich habe ich oerfd)iebene »otijen 
cefammelt, 5ie tellmeife auf münblicher Iteberlieferung meiner gllern irn5 
©rofeelterrt, tetlmeife auf 5a unb 5ort erfdjitnenen ©roßraphten uh5 Stachrufen 
berufen. £ine8 größeren SetlS öer in folgenben 3etlcn angeführten h«. 
udrogeuben SKäiiner tnltrbe ja bereits im Sfähtgaug 1898 beß ,,©tnünb$f. iag» 
blattS" ßebadjt, allein in bi.efen 80 fahren büTftcn bibfelben hoch manften 
aus beut ©ebächtnls entfchmunben fein unb iomtt eine ©ebäthtrtbauffrtfchung 
nichts ftbaben. 3$ möble bte alphabetiiche ©rbnung als feie gegebene. 2e« 
benbe hcrnorTcigenbe ©tnünber führe leb nicht auf. §üt Sertchtiflunflcn unb 
©rgängungen bin td» banfbar. 

gllbrec Cillbrechtf ipeter, Bilbhauer in ©münb, eingemanbertcr ftranaofe, 
geft. baf. 27. 3uni 1777, fort Berfertiger 5er 5it Stängel im SNünftcr tragenben 
©igemtenfigur unb 5er iToppelfiguren oberhalb beS ßhorgcftiihlS fein. 99a<h 
'Jiäßeie ($>ciligfveugflrche) foB er nur ©tebeiherfteüer 5er Sißuren gcroefen 
fein. ©r mirb auch „ein gro&cr Äünftler in 5er 6)ol5)djmtcöerei" Benannt. 

B£l£. 5er erfte Itirefior 5er Saiibftummenanftalt in ©münb, bte auf Sin* 
rcflurtg be3 $efati8 unö Stabtpfarrerß Araber um 1808 errichtet unb 1817 gut 
Stnat&nnftalt erhoben roorben mar, geboren in ©münb, ßeft. 1857 bafelbft, mar 
tmnbroerter, bann SBtäbcbettftbullehrer mtb erlernte in bem o. ©tnSborfer* 
feben 3nfltlut in fticifing bie bortige SRethobe be8 ‘Jaubftummenunterridjtß. 
3n Süxlil) erlernte ?Uie ben Ülinbemmterrtcbt unb beßann hier 1823 benfel* 
ben in Berbinbung mit betn Unterricht für bie 2nubftummen, 1825 mürbe er 
petitioniert. ©r mar auch fcbrtftfteflerifcb in feinen Rächern tätig. 

SHiheimer (fllthaincr) SlnbreaS, ?lgitalor fiir bie foß. fReformation, gcb. 
SBtertg 1499, geil. 3ägernborf in Sdjleften um 1564, mar ©elfer beß ©mürber 
gtabipfarrerS unb prebtgte öffentlich bte iutherifdje 2ehte. ©r gemamt auch 
unter ben Bürgern Anhang unb nerheiratete fi<b mit einer BürgerSiochter. 
Stnrfi Slrtrufung beS ©ebroäbifefien Bmtbß unb beß StaiferS mürbe er auß 
<v, unb außgeroiefen unb begab (ich nach ©Ittenberg. Sein groeimaligeß ©e» 
juch um ©tebetiulaffung: in ©uuinb alß „'Pfahlbürger" blieb erfolglos. ©r 


1 









9fr. 10/U 


fiifjtle bie i?ct)re !‘ut(jcr# ln 'ältt&bacb ein nn& gab 1528 einen Ättlet&iGmuS 
(je rauS. 

Slmuanber Sofjann, URaler au£ Sauingen, mar in ©miinb (jerporrageub 
tcüig. Sott ifjm ba3 grofjc u-rcSfogemälbe an bet S>ede ber Z>ominifaner- 
fivc^e (alteflaierne) gemalt 1764, fefct aerftßrt. Wmvdnbtr malte audj bie 
Siuguftincrfirdje, jcfct enang. fiirtfje, mit SrcSfcbilbern cru$ bent Cc&ett be£ 
Ö(. «ttfluftimtg 1772 anS, ciwd) baS öilb Se8 fjl. «itgufttnuö an bet gübfette beS 
«uguftinerflofterg (ic&t ftinanaamt unö Cöeram.i) fft fcirt iBerf. 

Salbung £and, genannt ©rün (©rien), SJfalcr bet gitbcutfcfjeit Scfjute, 
einer ©münöer SantUtc nngefjlhriß, naef; SlnuS aurij bafelbft geboren «tu. 1475 
unö 14S0, ttctf) ötibcru in tStperS&ehn am Stürm'-'bet Stra&burg |£>r. Sro« 
icifor 5>r. 21. 9?ägele (int in neuerer Seit bep untrüglufan ®emci§ erbracht, 
ba^ £an3 Salbung Ginnt tgtfädjlicfj tn ©miinb geboren ift.) 

S-iibung flaiper, Srtr&tr bei SWalerg $anft tgen. ©rün), Surlft in Sret- 
bürg, Softer &eiber iRecütc, Scfatt 6et ^itriftenfafiiftüt (1521 unb 22). 1521 
'Jieftor ber $>o*f*ule. 1529 Stabthbcofat in Stra&burg, geft, iu40. 

Salbung $iu3 eteronpmuä, jlteffe bei jDbigcn, i'e&rcr ber Humaniora unb 
ber Siebte in Öreiburg i. 'Sr., tfat bei bet Scgienutg in ©nfiSficlm, lebte 
arvipfjen 1480 unb 1540. . ' 

Sorg ©rliarb, SilbOaucr au*S öjnftnb, arbeitete am SWüitfter in Sreibnrg. 

Sauer ^ermann, ©riinber ber gleichnamigen ftirma, ge&. 1883 in Slbftabt 
frei Seilbronn, gert. in ©münb 28. 9)uo. i9U, lernte bc.t ber &irma ötueftnann 
K.Söhit«, £cUbromc, arbeitete al$ junger Siablfdjucibec in fcoünnb, &ranf. 
teicii Unö ©nglanb, griiit&cie Ijier eine Ötliale ber &a. Sauer u. Säger in 
*1013beim, fodter bic Sa. Hermann Sauer, ging bamt von ber ©ftamperie 
in ben SOer.Qabreu *ur Sabrifaiion non Menaiffance-©*utu<f unb fpäier »ur 
«il&ermnrcnfabrifatiön über. ÜSirfte in öcroorragenber $kife für bfe fünft- 
Ictifdte äudgeftattung uttb SerooUfommnung ber tjicfigcn .Vmupiinbuftrle 
griin&cie mit «ommer,aienrat Sul. ©t&arb bao füefige ©emerßemuiewn (jefct 
.Uuniigeructbcrnnfcmn) unb mar ber Sadjfolger ©tönrbfl in ber Sorftaubf*aft 
&«$ ©eroer&emttfeumS, Snbaöer ber golbenen ÜRebaUle für Äunfi unb SBtffen- 
frtmft. ®r f*rieb eine attfammenfafienbe ©efrf,icf;te ber Qnbuftrie tm finuft. 
unb ©emerbe&latt, crforfc&tc bie ©efcbidjte ber spertftrirferci unb befc&enfte 
bas (jtef. fluuftgemerbemufeum mit feiner bieS&ea.reichen Sammlung. «lg 
er fielt 1Ö03 vom ©cfcOätt auriicfgcaogcn, fdjüf er norfi mit 70 Sabren eine 
Setbtf femgeftimmter Seicluutrtgen unb ©cmälbe von ©mtinb unb Umgebung. 

Saumeffter 3«ö<inn Sebalb, 3cidicnleöter in ©münb, OTaler unb fRa- 
bierer, geb. 31ngSftura 3. Stf. ft«7, geft. it ©münb fl. 9Mär,} 1820. (3»t ber 
i> ©rbnrbfd;en ?Ulcrtum^!ammInng Rnb verfebiebene febr originelle 'leitb. 
iiuugcu bcöfelbcii au fetten.) 

Saamciftcr 3of;nnn SBilftclm, Soljn bc§ Sortgcu, geb. in Wmiiub 27 Slpril 
1804, geft. in Stuttgart 3. Scbr. 1846, mar ^rofeffor ber Sicraraueifm.be unb 
ücroorraaeitber ^ferbemalcr au Cm&enöeim unb Slultgart. Webrere auBer- 
orbcntlid» idjüiie ©cmälbe mürben f. 3t. vom Stgl. Slabiuctt augefauft au* 
pa* bem Sob feiner S*ioeftec Sibeobora in ben 90er-3abie«, mel*« au* 











flr. 10/11___ 83 

SeWjnerin unö SRalerin tnar, tnuröen 8—4 noraügltcBe Vferöeftücfe öer 
©iaatggalerie leijtininig üBerlaffen. 

Samitljflucr SeonBnrö, VtlöBauer, geB. in ©münö im 16. QtaBrBunöert, 
geft. SüBingen 1. SRara 1604. Gr mar in 5£üBingen, «Stuttgart un5 SeonBerg 
tätig für öen öersoglictjen £>of. 

öinöer 23ilBetnt, ©rünöer öer 28eltfirma 23. Vinöer Bier, geB. 6. Sluguft 
1823, geft. 1. ©ept. 1885. 

VcfdjenBie&ter Veneöiff, VilöBauer, geB. ©münö, nerBeirateie fidj öafel&ft 
1677, Verfertiger öer SRarienfäuIe auf öem SRünfterplafc. 

®«<Bicr ÖoBanneg 1641, SoBann VBiüpp 1653 unö Qfo^ann äRicfjael 1690, 
SHeinaeicBner in ©münö. 

2M)I ftoBann, Kaufmann, ©rünöer öer &irma 3oB. VuBI, Turner uni 
Surmmter non ©münö, geB. Veutelg&acB, geft. ©münö 18. Suni 1882. 

®aoi&, äRinoritenBruöer, fam mit fieBen anöeren Vrüöent öeg S^ranaig* 
faneroröeng, nom BI. Sranaigfug non Slffifi fel&ft gefanöt, im QaBr 1208 in 
©münö an, ftarB aBer fcüon nacB menigen SaBren (1219) im 3tuf Ber §eilig* 
feit unö liegt in öer SlntoniuSfapeHe öer Sranatgfanerfircüe BegraBen. 

©angcfmater ÖafoB, ©r., Siönofat unö ©cöriftfteQer in ©münö, geB. 28ifc 
golötngen 16. $eBr. 1777. Gr gaB 1817 bag „VatriotifcBe Qournal non 28ürt» 
temBerg" Bei & §. Diitter*) in ©münö Beraub. 

Sebfer ©ominifug, GBronift, geft. 1820. Gr fcBrieB: „GBrouifa, VcfcBrei* 
Bung öer Beiligen uralt ganfc GatBoIifcBen Saiferl. S-repen «Reicög ©taöt 
ScBmäBifcB ©münö non 1090 Big 1794" (©eBlerfcüe GBronif). 

©iicle äRicfjael, Sefuit, Bernorragenöer SBeologe, geB. ©münö, ftuöierte 
am Gollegium ©ermanicum au 9iom, fam 1585 alg SeBrei öer VBUofopBie 
itacB Qngofftaöt unö tnar öattn non 1590 Big an feinem ©oö im ftaBr 1613 
Vrofeffor öer fcBofaftifcBen ©Beologie au ftngolftaöt, Gillingen, SRüncBen unö 
fiwnftana. Gr Binterliefc einen iöeologifcfjen ©raftat üBer öie ©uaöenleBre. 

GrBarö Suliug, äRetaHroarenfaBrifant, Sommeraienrat, geB. ©münö 21. 
föiära 1820, geft. öafelBft 19. Januar 1898. Gr mar SnBaber öeg «Ritterfreuaeg 
1. £1., öeg &rteöricf)goröeng. Gr Braute öie non feinem Vater mit feinem 
Vruöer Sfarf üBernommene SReiaüioarenfaBTif an BoBer Vlitte, ©ein ©inn 
für ©efcfjicBte unö Slltertum mar eBenfo Beöeutenö tnie fein Shtnftfinn. ©ie 
©rünöimg öeg ©eroerBemufeumg (iefct ßunftgetnerBcmufeum) aur fünftleri» 
fcfjen göröerung öer ©münöer £auptinöuftrie im ftaBre 1876 unö öefien ftorf* 
fitBrung ift BauptfäcBItcü fein 23erf. Gr ftanö Big an «einem ©oö an öer ©pifce 
öcgfelBen. Gr ift aucB ©rünöer unö ©tifter öer ©münöer 9Uterfumgfamm* 
hmg, öie feinen tarnen trägt unö öamit öer 5Rit= unö «RacBraelt fagt, öa& fie 
iBre Gi’ifteua feinem ©ammler* unö Shtnftfinn fomie feinem öpferfinn ner* 
öanft. 

GrBarö Starf ©ottfoB, Vater öeg OBigen, geB. 4. 9lprif 1790 in ©ro&BeppaeB, 
geft. 10. «Ron. 1874 in ©münö, Sfommerjienrat, ©rünöer öeT 23eltfirma Gr* 
Barö u. ©öBne. 


*) tiefer SBudiörucfer unb Vud&Bänbler ift ber £erau#ae6er beg 1810 erftmaB erftBei* 
nenben „SSoiBenBIattg" — „S3lä—ttU". 


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9fr. 10/U 


Sorfter ©bnarb, Kaufmann, geB. 11. Oft, 1311, geft, 16. OfioBer 1872, $«• 
pater 5er früheren gropett Sfrnta 5>. $oti, iiidjiiger, amtfic^tiger ©efdjäftg* 
rncim, ber beu SfuffcBwuttg ber fjiefigett ittbuftrieneu ©eröältniffe in fjentor* 
ragettber SBetfe förbcrte, S)emofrat, melier an 5er ©pipe öex öieftgen 1848er* 
©eroegung ftanb. ©r fam and) waBvfdjeinlidj gegen ©nbe beg Qnfjre§ 1850 
(beginn ber poIitifcBcu ©roaeffe) wegen (einer „reoolutionären" Umtriebe auf 
' 2 SaBre aut bett Slfperg . 23itroe fowoBI in 5ie erfte uerfaffunggebenbe San* 
5c»nerfamntlung SritBiaBr 1818 foroie am 21. ©epi. 1850 in bie 3 weite al§ • 
Sibgeorbneter gemäBIt. ©r gcBörie audi ttacBBer roieber bem Sanbiag Big 1864 
«n in Mefem SaBr unterlag er Bei ber SSafjl gegen feinen ©egenfanbtbaten 
~id)ienrtcitt (fteBe unter $). ©r war and) einftupveicBer ©emeinberat Btg a’u 
feinem Tob. Sorfter tieranfapte beit ©ucBbtucfer 3W. $13, wieber BterBer$u* 
äteBen^itnb grünbete mit tBnt 1849 5en „SWiirafpfeget für freie ©iirger au ©erg 
unb Tal" Beaw. finanaierte bicieg ©tati unb Benütjte eg alg fein unb feiner 
^Partei Organ. 

^oBcr SUBert, itommeraienrat, geB. ©müub 19. ©epi. 1852, geft. 3. Oft. 19U, 
lb91 ©ürgerauöitfutButitglieb unb OBmatm, 1893 Big au feinem Tob ©e* 
meinberat, me&rjäBriger ©orftaub beg SrembenuerfeBrgnereing, iDtitglieb beg 
©eroer&e* unb ^anbelgfcButratg, würbe 1899 mit bem Titel eineg .Sommer« 
aicuratg auggeaetdmet. (fr war natB betn Tob feineg Onfelg, beg ©rünberg 
ber Sünna ©3. ©inbev, ©eniordjcf unb ©eele beg ©efcBäftg, bem bie Strma 
aum großen Teil ißrett «fufftieg aum nerbanfen Bat. 

SaBer ©ottfob, ©oBn ber Solgcttbcn, äüater, gcb. ©müub 1812, geftorben 
tu 9iom 1884. 

Snbcv Scfefa geB. XtuoU, 9KtntaturmßIcrm, geB. ©tnüub 1781, geft. bafelbft 
184<. 2Bar mit bem von SubwiggBitrg gebürtigen Sltiniaturmnter SaBer 
»erheiratet. 

Srcp Sof- Sl'iiBelm, ©rufeffor, gcb. 4. OftoBer 1818 au SteinBadj 021 dp* 
lntgen alb Toüu bc« bortigen fOhtfterteßrcig $of. 2fut. Srep, geft. 26. Quni 
1882 tn Talßclm 02L £eit6ronn. ©rßieft fcfwtt Bei feinem ©tubhtm an ber 
itgl. ©ewerbefcBnle Stuttgart 1888 unb 1839 bie fitBerne iOtebaiUe wegen 
feiner Steuntniffe in ber fpBäriidjett Trigonometrie unb 2fnalpfig unb in ber 
atfgemcinen ©Bernte. (fr würbe 1842 Bei ©rüttbung ber Bieftgeu SKealfdjuIe 
all? erfter fHcalleOrcr BtcrßcrBerufeu, würbe 1864 aum OBerrealleßrer ernannt 
1866 würbe iüm oon bem Bürgerf. Sofleginm bag ©BrenBürgerrecßt »erließen' 

1875 crBiett er eine ©rofeffurfteUe für realiftifcBc Säcfter am neugegrünbeteu 
iJtenupaeunt. SHatt trug ißm and) bamolg bie fKeftorftefte att, welcBe er in 
feiner vibergroften ©efcßeibctiBcit cbtcBnte, fTr. STaug würbe bann Btefior 
IfieBe unter ft). Sreti Bat fiel; f. 3t. um bie fKenlfdjitfe große ©erbienfte er* 
worben unb BracBte fte 31 t Bo Ber ©tüte, (fr Baute fie au eftter Gflafffgen unb 
batm bttrd) 2lrtglieberu?tg einer „Serecta" aur 7«affi 0 en Stealfcßule mtg ©r 
war and) tüngere Seit ©orfüntb ber ©ewerbefdmle. Srcp war ein gona Ber* 
»orragenber ©nbngogc, ber fowoBf wegen feiner geredeten ©trenge unb fei* 
teuer ©ewiffenßaftigfeit olg audi feineg allumfaffenbett ©Jiffettg unb feiner 
Bebeutenöett SeBrerfoIge in alten Greifen BotBöefdiiiBt war. ©r Bat 42 Safire 
irt ©miinb gewirft. 


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r fU. 10/11 

©rimm Michael, geB ©miinB, fdjrieB oI§ Setter in $i&Iegg tm Sahr 1867 
eine „©efdjidjte her ehemaligen :lietcf)öftabt ©rnünB non SlnBeginn BIS auf 
Ben Beuiigen Sag". 

Jammer 23ilhelm, SmmintEancr, ©egner Ber fog. ^Reformation, gcB 9leufi 
ß. $öltt gegen ©ttBe Be§ 15. Safjrönnöertg, tpre&iger unB tprior in Ulm, 1588 
al§ Sefjrer Ber lateintfdjen unB griedjtfdjen ©platte in ©olntar, Braute Bte 
lefeten Se&ettSiahre al$ SÖeidhtoater Ber Tonnen tu ©ottegaeß sn, mo er 1564 
nod) leBte. 6t gaB in Biefent Sah* einen gelehrten Kommentar aur ©enefig 
heraug. 

#ang 2orena, Schulmann, geB. Söurmlingen 021. fRottenbnrg 6. Sing. 1818, 
geft. ©rnünB 21. San* 1856. 23 ar SauBftummenleBrer, Bann Sentinaro&er* 
IcBrer in ©rnünB. SReBtgierte BaS Magaaitt f. 'PäBagogtf oon 1853—1856. 

0aug «ph. SaEoB, S3ruBer Be§ Vorigen, Schulmann, geB. SBurmlingen am 
25. Slpril 1824, geft. SdjlettftaBt 28. 2Rära 1878. 23ar SReailehrer in fRoiten* 
Burg Big 1856, Bann SemlnaroBerlehrer in ©miinB, murBe 1871 nach Sdjleit* 
ftaBt Berufen als SretgfdjuliitfpeEtor unB 1872 gum Sircttor Beg 2etjrerfemU 
narS BortfelBft ßeför&ert. Ue&ernafjnt nach feinem SBru&cr Bie fReBaftton BeS 
Magaatng für ipäBagogtf unB führte fie BIS 1871. SdjrieB: ©rammatif in Bet 
23 oI£ 3 ftf)uIe; Siletne Beutfcfje Sprachlehre für SchuIpräparanBen; Slnfangg» 
grünBe in Ber iPflanaenEun&e. 

4>olama*tlj Srana Sofef, Sr., theologifdier Sdjrtftfteßer un& §iftorifer, geB. 
©münB 2L Sea. 1826, geft. SreiBurg i. 25r. 14. Sunt 1878. ©r mur&e aum 
'prtefter gemeint 10. Slug. 1850, «Pfarrfurat in ©annftatt 1858, «Pfarrer tn 
S&attnBcim 1862 unB leBte feit 1868 al§ ©raiefjer unB iprioatgelehrier in SöH* 
Born (SRfjetnpr.). 2?on fefnen aahlreicfien Iiterarifd^en Unternehmungen feien 
ermähnt: 

Sie gortfefeung ber fatß. Sröfteinfamfeit (Sammlung bon SBoIfsfchriftcn) b. 7—16* 
Sßattb, bie bon 3oh. £abicu§ (2of. SBilh. SSotf) begrünbet bon 1852—64 in 3Jtahts in 19 
Öänben erfdjien; £anbbüä)er für ba§ prteftertid)e Sehen, hernuSgcgeBcn bon mehreren 
<Sciftltcf)Crt. retugiert bon ^oljtoarth, 17 $8be., ©djaffhaufett 1860—67; bie «Neubearbeitung 
bcS Sehen! *et .^eiligen ©otteS b. «KB& u. SSeig, iWainj 1854, bon welcher 1897 bie zwölfte 
Stuf Lage erfeßien; ber SIbfatt ber «Niebertanbe, 2 ffiänbc, Stbaffhaufeit 1865 mtb 1867—69; 
Briefe über ba§ hl. SJtefjop'fet, Main* 1873; Sutian ber Slbtrünnige, greiburg 1874, bie 
erften jtoei S35nbe ber bon ihm 1876 herauSgegebenen, bon Sophie Stein fortgefe&ten 
7banbigen SBeltgefdjidjie, bie 1885 unb 1886 in ätoeüer Stuflage erfdjien. 

Säget ». SäßCtBBerg (and) Seger) Sohanneg ©uftadjtug, BeiBer fRedjfe 
$o£tor, murBe am 8. Mära 1694 als »meiter SRatgfonfutetti in ©müitB ner« 
ei&igt. SfTlit Bern Beinamen non Sägergßerg murBe er tu Ben «BelgftanB er» 
hoBeu. Sm Saht 1711 ftnBeu mir ihn in amtlicher Stellung in Oppenmetier, 
mofjl in freiherrltdj n. SturmfeBerfdjeu ®ienften. 9lu§ ©3mün& hat Ben moljl* 
raeinen&en SRaun mahrfdjetnlidj Bie üßle Slufmthme feiner reformatorifdje» 
unB fritifcheu ®ätlg£eit oertrteBeu. Sn Oppenmeiler murBe im obengenannten 
Sahr fein Sohn Sßolfgang SeBaftian geboren, Ber praEttfcher «rat murBe unB 
non 1751 BiS 74 alä foldher in ©müitB tätig mar, oott 1759 ait al§ erfter Sta&t* 
unB SanBphPfttng. ©tner feiner SÖtographen urteilt über Q. ©. Säger oon 
SägerSBerg: „Säger ift ein fehr geBilBeter SWantt, Ber neBen feinen furiftifchen 


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86 _Mr. 10/11 

(Stubien ftt^ aud) in ben alten SUajfifern, in bet § 1 . (Schrift, in beit Sfirdjett» 
nätern, in ben SSerfen beg 61. $bomag u. a. umgefeben «. biefelbett in feinen 
(Sdfrtften häufig äittert. 2 >abei ift er ein ebler Äarafter, non ed)t cf)rifttid)er 
©efinnuitg burdjbrungeit, mit päbagogifdjem SBIicf begabt, mie er in feinen 
S3emer£ungen über Sdjulfadjen sur ©eitüge aetQt. Csr ift eifrig barauf bebaut, 
ber gefunfenen (Stabt aufgubelfen unb unerfebroefen genug, um auch bie 
©drüben ber 33enoaItung unb bie gebier ber ^Beamteten aufgitbecfen unb au 
rügen." SSomit er fid) nach Obigem fcfjlecbten 3)anf erroorben bat. ©r fdjrieb: 

Periphrasia Compcndiosa sive. Äurjer ©egriff unb ©efebreibung ber fReidjifiabt 
SdjhJäbifdb ©mi'tnbt, 1704; Gamundia Rediviva. Sive aerarium Resuscitatum, ba§ ift: 
bie in bie Süeffe toeitb gefundene unb nun toieber Ghnfcior ©rböbte (Statt ©mimbt beten 
Siegintent&Staob: Oetonomte unb Äünfftig SBuctj fürrenb nutzbare 3ßiirtbfd)aft> ©ans 
einfältig, }eboct) ©uattSmainenbt ©ntluorffen. 1707. 

3eltu ©briftopb/ S3ilbbauer, geb. ©rnünb, nerbeiratete fid) 1577 511 
hingen, erhielt 1591 non £eraog Subroig ben Auftrag, für biefen unb feine 
©emabfin ©rabbenEmater in ber Tübinger Stiftgfircbe anaufertigen. 

(S-ortfefcung folgt) 


6 





Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 2, 
Heft 12,1929, S. 89-92 


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m *. 12 


©tntittfc, ©ejember 1929 


2« 3afjr<5ang 


&erDorra0enf>e (Smunber 

roit SBerttö. 3 r a u 2, $erauggeBer öer früheren ©miinöer (SbtoniE 

(Sorifefcmtg unö Scblu&) 

götjettftciit $ob-, 5D?aIer uoit ©müttö. 9?on ibm 14 auf £ola gemalte Del* 
gemätöe iit öer Äirdje 5« «Itecfarremg um 1700. 

ßttufmttun StHton, Iangfcibrigeg äRitglieö öeg fatbor. Sir#enratg, geB. 
©miinö 30. Stuguft 1811, geft. in Stuttgart 27. Qunt 1880. (Sr muröe aum 
^riefter gemeitjt 4. 9?cm. 1835, mar auerft Pfarrer iu §ofen Bei (Sannftatf, 
bann Staötpfarrer in (Ringelt, ScbutinfpeEtor unö Samerer, muröe 27. «Dtära 
1858 fRcgiermtggrat unö öamt DBerregierunggrat Beim fgl. latbol. Sircbenrat 
ut Stuttgart. $ßon 1877 aß teBte er im Siufjeftanö. 

Setter Qobattn SPticbaet, atg Saumeifter au ©ntünö in öen ^afjreit 1724_83 

tätig, geB. SinfelgBübl 2. «Dtat 1691. (Sr Baute öag ©ominifanerftofter, öie 
SluguftinerEirdje, öie ©ominifanerEircbe, öag ^rauenEIofter St. Suöroig ($10* 
l'terfe), öag Söaifenbaug, öag ©eitefiaiatbaug auf öem Satuator, öag S d)löfe* 
cljcu im u. Stabilen je^t Staötgarten, öag Sapitelfjaug unö oerfdi «Bri* 
uatßauteu. 

Scppler (Sugeu, SunftEenner unö Sunftfcbriftfteller, geB. ©möttö 24 Qa* 
nuar 1847, geft. Stuttgart 5. «0?ai 1894. (Sr muröe aum «Prtefter gement 
2. 3tug. 1871, 1878 Staötpfarrer in SBitöBaö, 1883 Staötpfarrer in (Sannftatt 
aeitroeilig and; ScbutinfpeEtor, 1888 Staötpfarrer in greuöenftaöt, 1885 iiBer- 
nahm er an Stelle feineg Sruöerg «Paul öie «ReöaEtion öeg Strtfiing für 
ebriftt. Sunft. Söeöeittenöer Sanaetreöner. 

t». Äcppter «Paul Söilb-, 2>r. tbeot., «Bifcbof mm «HottenBurg, «päpftl. $bron= 
nffiftent, (Ssaettena, geB. iu ©miinö 28. Sept. 1852, erhielt 1874 Öen erften bomi* 
tetifeben tpreig atg Stuöierenöer öer Sbeotogie, am 7. Stuguft 1875 inütotten* 
Burg aum ^riefter geroeibt/Sßifar in Ulm unöOJmünö (©efetlenpräfeS), 3. «Korn, 




























SRr. 12 


1870, «Repetent am SBilhelmSfttft in SüBingen, laS im (Sommerfemefter 1880 
ül«t ©efchichte ber chriftlichen Malerei, 27. JDEioBer 1880 (Siaötpfarrer tn 
Gannftatt, 1882 (SdjuIinfpeEtor für (Stuttgart, 4. Sattuar 1883 mürbe ihm bte 
erlebigte orbentüche ^Srofeffur an 5er fat§oI.*t$eot. gafultät 5er Uninerfität 
SüBingen üBertragen, 1884 mürbe er junt SoEtor 5er Stfeologie ehrenhalber 
ernannt. Gr gaB nach 5em Sobe beS fßrälaten (Scljmara s Gümangen (flcft. 
Qfuli 1885) als «orftanb beS SRottenBurger SiöaefanEunftnereinS öeffen 
„SlrcBio für djriftliche flunft" heraus. Unterm 28. Sluguft 1889 mürbe «wfeffor 
Steppier unter GntBtnbung non feinem Bisherigen £ehraufirag mit bem für 
fDtorar» unb 9?aftoraltheologte an non SinfenmannS (Stelle Betraut; perBjt 
1894 nahm er einen Stuf als ißrofeffor bet äftoraltljeologte an 5er Unioerfüät 
SreiBurg an. Sie SHebaEtion beS „SttrchioS" üBernahm fein «ruber Gugen, 
Stabtpfarrer in gfreubenftabt (geft. 6. SRat 1897, fiehe oben). 9iach befielt 
Sob führt HJrofeffor Steppier mieber proniforifch bte SRebaEüon Bis SReuiahr 
1898. 21m 11. StooemBer 1898 am geft beS hl* SDlartinuS, beS «atronS 5er 
Siöaefe, mürbe er tmm SomEapttel ber Siöaefe SRottenBurg sum »ifäof ge= 
mahlt (als fethfter in ber «Reihe ber 9tottenBurger «ifchöfe). 2tm 18. Qauuar 
1899 mürbe er tmn GraBifchcf 9iörBer=greiBurg aum ©iföof gemetht. 192o 
feierte er unter überaus großer Anteilnahme feiner Siöaefe fein 50jährigeS 
tPriefteriuBiläum unb 25iährigeS «ifdjofSiuBiläum, baS mit bem Seutfchen 
StatholiEentag in Stuttgart aufantmenfiel. «ifcbof £cppler galt allgemein als 
eines ber heroorragenbften «Dtitglieber beS beutfehen GpifEopatS. Sie Zapfte 
«iuS 10., «enebtft 15. unb «iuS 11. haben ihm Bel oerfchiebenen SInIdffen 
ihre AtterEettnung auSgefprochen unb ihn mit AuSareidjnungen, fo oor allem 
burch bie GrheBuitg sum päpftlidjen Shronaffiftenten, geehrt. Gr mar ein 
gcifteS» unb mortgemaltiger SRann u. §oherpriefter, ein Altmeifter ber pomt* 
IctiE, ein gana hetoorragenber, einjigartiger SdjriftfteHer. „Gin ßönig 5er 
flanael. ein Sfürft unb gührer im «eich ber Stunft", mie fein «tograph gra. 
StärE ihn nennt. Unter feinem GptfEopat mürben etma 100 Stirdjen gebaut 
unb ©otteShäufer feiner Siöaefe ermeitert. Gr ftarB am 10. Quli 1926. 

Gr fdjrieB: Ginfluh be§ StirdjenfahrS auf bie Arebigt 1878 (toiffenfdiaftl. ArBcit beS 
Aepetcnten); baB SohanneB=GbangeIium unb baS Gnbe bcB erfien djriftl. galjrhunbertB; 
AEabemifdje Antrittlrebe SüBingen 1883; bie Stompofitton beS Sohanne&GPangcliumB 
Tübingen 1883; $aB £au3 ber SSelBhcit. $rebigt Bei ber (Safularfeier beB fttoftex* 91. S>* 
Bei DffenBurg. (Stuttgart 1883; Untere» £errn Srofl. eine Grllärung ber SIBfdjicbBreben 
3efu unb beB hohenpriefterlichen GeBctB (Gb. 3oh- 14-17)- SrciBurg int »reiBgau 1887; 
kürttemBerg» Itrthltdje Stunftaltertümer. AottenBurg 1888; Sie biersehn (Stationen beB 
hl. ÄreustnegS nach Kompofttionen ber Sütalerfchule beS Rloftcr§ ffieuron. SJiappc mit bter* 
Sehn Slutothpien, einleitcnbem unb erllarenbcnt lEejt, greiBurg i. ö. 1891; SEanberfahrten 
unb SBaHfahrtcn im Orient. SreiBurg 1894 (bst. 24. Eaufenb); Gclürste SluBgaBe: Sm 
SJtorgenlanb 1913 (15. Xaufenb); ®aB ißroBlem beB SeibenB tn ber SHoral. Slfabemifdie 
SlntrittBrebe greiBurg 1894. ®ie SlbbentBperilopcn. greiBurg 1899; SSahre unb falfäe 
3teform. greiBurg 1903 ; 2£u§ Stunft unb SeBcn. greiBurg 1905. Steue golge 1906; SJtehc 
greube. greiburg 1909 ( 3 . St. 175. Eaufcnb), tourbe auch in frembe Sbradun üBerfcfet; 
.^omiletifche Gebanten unb fltatfölSge. gretBurg 1910; ^omilien unb iPrebigten. grei* 
Burg 1912; SeibenBfthule. greiBurg 1914 (*. St. 71. Saufenb); SBaffer auä bem gclfen. 


9 








S^esSSS». 9 f?**" 1927/28 ’ ® CM “ s ‘> t ° t *'" *m 
®cÄ”n««rÄi^ r“’??“"' “ 6et nntone&menöer 

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55 r. <Stüi3 (frfitpa 5- rtftö a L ^ &em 3n?etten (Stöbt® uitö CönbpbniifuS 

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in revolutionären Serba* rlm w?5? r f !' 6 5urc5 ,5re Oeimltd^tnerei 
betrieb, füör?e 1 etiet ILtontS! T'^l 61 ?* öuf * en ©«»»omie- 
** eine« »&£ n»'*Ä‘SÄ« Ä"!^ 

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tfilfSborfd&lafle in ber Seit ßeoentoärtifler Slot, ©miinb 1816 4. 

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Ittioeftonu rn »esitfä muri* | 6m iiberttosen h ii »™ ,« ®/ )ut ' 

fctimtu in Sen mufcHanb. 3>ie ®e r 6ienfte SetfetS murVn t^nr ®"' 

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Mn ®ra 6 eine« fflSSSSTÄSÜfc e^rtÄ ’S"“ *"* 

©r förieB: Soijn gifdber, ber *öif<®of bon fRod&efter unh *.•• * , 

©tauben. Sffllnsm 1860 ; OH«, 6« ® lift « tm «. k Wi . Sete Seben ,mb “i„ SS 


10 












9lr. 12 


fett. 9?adj beut granäöfifdjen Bearbeitet. ©djaffBaufen 1861; SßilBelm ber Selige, Stli 
Don £ärfau unb Erneuerer bc§ fiibb. $([oftertoefcn§ gur 3eit ©rcgorS 7. Siibingen 1863; 
ScBcnSBilb bcS $arbinal3 ber BI. römifdjen Äirdte unb ErgBifdjofä Don EanterBurB „9Iegi= 
nalb ißole". greiBurg 1874. Sie ^iftorifdi^olttifrfjen SSIätter beröffcntlidtten bcrfdncbette 
ferner StrBeiten, u. a. „Sie Sage be3 ^inbe§ int gaBrljwnbert bc§ 6djuIfamBT§ (1698); 
Sie ganfeniften toäBrenb ber frangöfifcBen 9teboIution (1899); Sie gortbaucr ber bott 
SutBer fiir SurfacBfen BeiBeBaltenen Kirdjengeretnoniett (1900). griiBerc 93cinbe ber 
Bift.4>£>I. S3Iätter entBielten: Heber ©eorg, £>ergog bori ©adjfen; ©ciler bott Saifer3bcrg 
unb fein SSerBältnil gur Äirdje. gerner in ber „SiiBinger duartalfcfjrift" Era§mu§ unb 
fein tBeoIogifcBer Stanb^unft (1869); Sie $rebigt in ber lefeten 3ett be§ S3tittelalter§ 
mit Befonberer 23egieBung auf ba3 fiibtoeftlidte Seutfdjlanb (1861). gcrtter fdjrieB £)Ber= 
fdjulrat Werfer nacB 2 ©rgäBlungen „SIu3 ber Beiligen 23eiBnacBt3geit" unb „Srei 23eiB= 
uadjten" ($atB. Srofteinfamfeit 1857). 


11 







Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 3, 
Heft 1,1930, S. 6-8 


6eröorr00en&e ömütrter 

non ©ernb. Är au8, Oeraußßeber ber früheren ©mflnber Cörouil 

(ftorifc&unß) 

ftlauS ©runo, SDr., ©omnafialreftor, ßeb. 15. Oft. 1848 fit Ottenbach als 
©oön beS bortißtn ©olfSfcbullebrerS «nton fllauS aus 23onaborf. ©urbe 
6dm Sanbeiauten 1808 ber ©rfte. Äam bann an bas Äonoift in Stottmeil, 
1S67 beftanb er mit ©lana baS ©samen am ©ilbelmSftift, löfte 1868/69 alb 
einaißer ble ©retßaufßabe ber fatbol.-tbeol. Safultät in Sübinßen unb 
erhielt bie ßdbene SHebaiüe für feine föinnß. 1870 trat er au$ bem ©tl* 
belmSftift aus unb ftubierte ^biloloßie. 1870 ©räaeptorat&oermefer in ©ibe» 
tadj, Oftober 1870 ©räaeptoratSoerrocfer an ber Catetnfcbule in ©münb, 1872 
$räacptot, 1876 Sieftor beS neußeßrünbeten ©eallnaeumS, 1806 beS Sleal» 
ßijmnafiumS. 3bm ift bauptiäcbltcb 5er «uSbau ber bief. höheren ©tbule au 
perbanfen. ©r mlrfte an berfelben oon 1870—1912. 1892 auch ©orftanb ber 
Gewerblichen SortbilbunßS* unb OanbelSfcbule; ab 1909 ©orftanb beS 
$>anbclS|cbulratS. 1888—1896 oertrat er im Canbtaß ben ©eairf ©münb alb 
bocbanßeiebeneS SWitßteb beSfelben; bis 1895 batte er ficb ber CanbeSpartei 
anßefcbloffen, nach ©rtinbunß ber SentrumSfraftion trat er biefer bei «uS 
«nlaft feines 25jäbrißen SleftoratSJubiläumS 1901 mürbe er oom ©emeinbe* 
rat aum ©brenbürßer ernannt, ©om Stöniß mürbe er 1900 mit beui Slitter* 
freua L SU. beS ftriebricbSorbenS, 1910 mit bem Slttterfreua ber ©ürtt 
flrone auSßeaeitbnet. 1906 mürbe er tn bie 5. ©tufe ber Stanßorbnunß er* 
(oben. 2Dr. SllauS bat ftcb «»<& als Siftorifet bureb feine mtfienfcbafiltcb (eb* 


12 






«c. 1 - * 

acbleßenen, auoertSfflßen arthitmlifthen fcorfäungeu gona herttorrogenbe ©er» 
äienfte um bie ©peaiolgefchtdjte ber ©tabt ©münb unb um bie idjraä&iftfje 
ßunftgefthichtc ermorhen. ©r ftorh am 9. CEioher 1915* 8lu» fein«» »ielc» 
Sdjriften feien ermähnt: 

1895 ©aumeifter unb ©ilbhauet bet Stabt ©münb; 1896 ©münbet SJtaler unb Radfj» 
träge §u ben ©aumeifiern; 1897 SWe ©efdhidjte bet höheren Sehranftalt in ©miinb; 
1898 ©ie SteidjSftabt ©münb toäljrenb beb fpanifchen Grbfolgetrieg» im 3ahr 1707; 1900 
Urtunblidje ©Zuteilungen betreffenb bie ReühSftabt ©münb; 1901 Sflcd)töflcf<^id»tlid»c* au» 
©miinb; 1902 ©eaiehimgcn bet Herren Dom Stcdjherg sut Rei<h§fiabt ©miinb im 17. 3abr» 
bunbert; 1903 Sur ©efdjühte bet firdjl. ©erhäliniffe ©miinb» im IReformationSseltaltcr; 
1904 Urfunbliche ©Zuteilungen betr. ba» Scbulmefen ber ehemaligen SleidjSflabt ©münb 
unb be» bon ihr abhängigen ©eblet»; 1904 ©efdjreibung ber ©intoeihung be» neuen 
Stealgvjmnafium» ln ©münb; 1805 ©münbet ©egiehungen »u SBürttemberg; 1906/07 
gtubien jur ©eföithte bc» chrifilithen UnterrtchtStoefcn» feit ben erfien «ftriflU Sahrhun« 
betten bi» i- St. be» 7. 3ahrhunbert»; 1907 ©cfäühte bet höheren Schranftatten in 
gthtoäb. ©münb; 1911 Sur ©efehühte ber ehemaligen Älöfter bet ehemaligen Reiths 
f;sbt ©münb. 

2)ie melftcn biefet Schriften cifdjlenen in ben SBörtt. 53icrtdi«^rS^cficn 
«nb ©ürtt. Qohrbuchertt. 

Slnang Subrolg, Sfchcobor, ©chultehrer in ReKingShehn, ©eförberer bet 
eanbrairifdjaft. geh. ©münb 1819, ßeft. ReflingSheim 7. CEt 1895. 

Stöhlet $rana, 3ofef, S>r. rneb., proEtifcher Rrat in ©münb, geh. bafelhfi 
15. Sflära 1805, ßeft. 28. ftanuar 1888. ©ein erfted Seugni» be» Stgl. Cher» 
ggmitafium» in ©Uroongcn, ReEtorat: Sferfer, oom 27. 9. 1821 lautete: „Unter 
40 ©djülern her erfte. ©ehr gro&e ©eifteSgahcn. 2ot.: L Rote, ©riech«: 
L Rote, Rclißlon: I. Rote, ©eographle: L Rote, RiathemoitE: 1. Rote, ©cut* 
f<hcr ©ttl: L Rote, Rtgthologie unb Rrdjäologie: L Rote, RZufiE: 1. Rote, 
Setchnen: 1. Rote, Sittliche» ©etragen fehr ßut unb oller Empfehlung fe§r 
»ürbtg* ©t mar Oofpitolorat in ©münb oom 17. Sug. 1857 hi» 1. 3onuat 
1885. SDr. Köhler hot fith bnrth lanßfähriße Rraji» unb bunh feine pertön. 
liehen ©igenfehaften ln ©münb einen Ramen ermorhen, ber fehl noch tn heftet« 
HnbcitEcn hei ben älteren ©enerotionen fortlcht unb neben benen be» $r. 
Stüh unb 2>r. Stehringcr mohl angeführt merben barf. SBefonberer ©elleht» 
heit erfreute er fith ol» Stlnberorat unb amor hei ben ©Item fomohl el» ouch 
hei ben Eieinen Ratienlcn. SSöhrcnb ber lefcten Rodcnepibcmle aelehnete er 
Tith hefonber» bunh feine Teilerfolge au»; er mürbe bamal» nur ber Roden» 
arat genannt ©rmähnenSmert ftnb Stöhlet» ©emühungen, mit ben gort» 
f(Dritten ber ©iffenfehoft Schritt au holten, ©on unau»gcfeötem ©tubium 
äcugen feine fdhriftlithcn SluSorhcitunncn grö&ercn Umfang»: „Refpiration 
ber ftorm natf» 1884*, „25te ©holcra unb ihre ©ehonblung*, 1885. ©inen Eür» 
jeren Sluffafc oeröffentthhte er im ©münber ©olESfrcunb über bo» «tmen. 

flrahodjer &rana, Slnton, geh. ©onaborf 1759, geft. ©münb 1818, Selchen* 
lehrer in ©münb. 

ftrofccr Thomas, SDefan unb ©tobipforrcr, fomie hifthßflich ong^Bnrgifdher 
©elftficher Rot, geh. ©miinb 7. $>ea. 1755, geft. baf. 80. Roo. 1824. ©r mar 

ber ©ohn eine» ^uffchmieb» unb empfing 18. ©cpt. 1770 bie Rrleftcrmet&e# 


13 






8 _ 9fc. 1 


mürbe 1797 AanontfuS im jtoQegiatftift U. 8. %x. in ©miinb; 12. Süll 1798 
tropft unb 2>efan be8 <5tift3, fomle ©tabtyförrcr. 9lad) Hufbebunß beg 
Stiftg unter roiirtt. Ocrrjdjaft blieb Ärflijct ©iabtpfarrcr unb mürbe 2>c£an 
beb tfaubfapttelfc ©miinb. 

Andrer, outb ftüdjlcr, ßödilin, Saltbaför, tfupfcrftedjer, au§ Scijleften ein« 
ßemonbert, eeft. ©ntiinb 24. Oft. 1641 im Sütcr non 70 Qobren. (Sin ßupfer» 
fticfjmerf begfelbeti non 1609 mit 242 ©lättern fteat ben .Öocbjcitgauß •'peraogg 
3to&aun ^riebrirb non SBüriicmbcrg bar. (3-urtfeöuna folgt) 


14 









Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 3, 
Heft 2,1930, S. 9-13 



2 ©münt», Februar 1930 3. 3af)tgattg 


; ' ^ > Äerhorrööenfte ©müntier 

öott Sern!j. ÄrauS, Herausgeber 5er früheren ©mfinber (Tbronif 

(ftortfcfcunß) 

2cn|je ©ottloB, ©mannet, Htftorienmalcr, geb. ©münb 24. 5DTat 1816, geft. 
SBaf&ington 18. Qult 1868. SEanberte 1825 als &inb mit feinem Sater nadj 
Slmerifa auS, mo fid) Mcftr al§ ftaufmann nieberlicfe. Serfclbe ftarb aßet 
Balb uni fo mar ber finale gana auf fid) felOft außemiefen. ©-eine ©diulbit* 
buug erftreefte fid) ntd)t rocit über baS iRotmenbigfte, aber fein Talent jeißte 
fidj frübaeitiß. ©d)on in feinem 14. ecbcnSialjr malte er Porträts, fötit 
17 Qaferen tTat er in bte 3eid)cnfd)ulc beS englifdjcn ÜJlalerS Qoljn 21. ©miifj 
in Wlabelpljia ein. Qm 2luftraß beS Herausgebers eines „Scmocratic* 
Qournal" malte er ln SBafljtngton bie Silbniffe ber fjerDorragcnbften ©laatS* 
ntänner, u. a. aud) baS beS ißräfibenten ©cncral Qadfon. Qm Qtüfeling 1841 
feljrte er nad) Seutfdjlanb aurücf unb liefe fid) in Süffelborf nicber, um bie 
hurtige Slfabemie au befudjen. Qm €>eröft 1841 rollenbcte er fein erfteS Hifto* 
rienbilb „SolumbuS wir bem tjoljen fRat au ©alamanfa feinen SReifeplan et* 
Ilätcnb", mcldjcS ungemeines Sluffcljcn erregte. Sa fid) feine Originalität 
ßeßen bie ^c-banterte • ber Sfabcmte fträubte, fa richtete er ein ^rtnatatelier 
ein. .©egen ©nbe 1842 begab er f»cb n«d) SRündien, fetcrauf unternahm er 
«Reifen nad) Qtalien. Seufce mar bie ©ccle beS SlünftlerlebenS in Süffclborf. 
2luf feine Slnrcßung bin mürbe berSereln „ÜJ?alfaften" 1848 gegrünbet unb 1856 
bie erfte allgemeine äünftlerDcrfammlung nad) Singen berufen, ©eine Dielen 
biftortfd>cn ©emälbe erregten überall Sluffcljen. 1859 mürbe er nad) Slmerifa 
Surücfberufcn. 1868 feljrte er nach Süffelborf aurücf, um feine Qamilie bort 
abaufjolen. ©r malte inSbefonbere Silber au§ ber englifdjen unb amerifaitU 
ftben ©cfd)id)te. CeufceS befanntcftcS SSerf ift „SBafljingtonS Uebcrgang über 
ben SDclamare am 25. Seacm bei 1776". 




15 





















10 _ 2 


Sldjtenftein Karl, $>r., CanbtaßSabßeorbneter für ben JDberamtSbeaitf 
©münb, ßeb. 3cil 25. 2luß. 1816, ßeft. SSeingarten 11. San. 1866. (Sr mürbe 
1839 aum '-prtefter ßerocifjt, 1842 $>ofmeifter 6er ©öljne beS Surften SSalbburß* 
SeilstraudjDurß, roar 1850—56 35treftor beS ton tfjm ßegrünbeten ©raiebungS* 
tuftiiutS tn Keutraudjburg bet S§ttg, mürbe 18. Qunt 1858 Pfarrer in SKeraa* 
bofen, 9. Kon. 1860 Pfarrer tn Slltborf*2Beinßarien, 12. 3ult 1863 SDefan beS 
Kapitels KanenSbutß unb 1864 tn fdjmerem Kampf mit bem bemofrattfdjen 
©egenfanbtbaten ©büarb Sorfter aum Slbßeorbnetcn beS S&eartrIS ©münb 
ßeroäljlt. 

Sinf Slngufttn, ©riefter ber ©efeüfdjaft 3efu, ßeB. ^errgnalmntcrn OS. 
Kottroeil 12. Slug. 1819, ßeft. Selbftrcf) 24. Klara 1886, rotrtte 10 fraßre lang, 
1845 bis 1855, als Stfeltprlefter tn SBürttemberg, 80 als OrbenSprtefter im 
SluSlattb, barunter 28 tn Selbfird). ©om Dftober 1849 BIS Ktärg 1858 terfalj 
er bte KtartinSfaplanel tn ©münb, 15. Klara 1858 BtS £erbft 1855 mar et 
KeEtor unb £>aupileljrcr am ©d)ulle(jrerfemtnar bafelbft. ©ana befonbere lY *er« 
bienfte ermarb er fid) als Vielter tnarianiftber Konßreßationen unb als Kennet 
unb Sörberer ber Kirdjenmufif. 

Klaiet SljomaS, langjälfrißer ©tabtpfarrer unb 3>efan beS ©münber 8anb* 
fapitelS, ßeb. Kottroeil 20. ©ept. 1791, ßeft. ©münb 10. SDegember 1875. ©r 
mürbe gum Krtefter geroetbt 14. ©cpt. 1816, mar ©tEar in SBctlbcrftabt, ©rägcp* 
toratSfaplan in ©Jalbfee, Pfarrer in £>artljaufen bei Ulm. ©eit 28. Sluguft 
1888 mar er ©tabtpfarrer unb $>efan tn ©münb unb gehörte non 1850 biS 
1874 ber Kammer ber Slbgeorbneten als ältefter £efan an. 

Kiandj Karl, ßeb. 7. Kiat 1887 tn ©tetten tm KemStal, ßeft. 4. Sprü 1878. 
STfrtfa * Sorftfcer, ©tttbeefer ber Kuinen non ©tmbabge (Opbtr) fet (jter audj 
ßenamtt, metl er hier ton 1854—56 alS ©eminarift mellte unb t&m an bet 
Korbfeite beS SeljrerfemtnarS (fefct Sebrerinnenfeminar) ein 2>cn!mal ge» 
fefct ift. 

K?andjer Solj-ann, KlitbacI, ©üdjfenfd)tftet unb ©ilbbauer, ßeb. ©münb 1645, 
lebte feit 1C98 tn SBürgburg. 

«Kager Srana, Qofcpb, Karl, Katurforfd>cr, ßeb. ©münb 2. Kon. 1787, ßeft 
©onn 9. Kon. 1865. ©rofeffor bet ©bgfioloßte unb Snatomie auetft in ©ern, 
bann tn ©onn. 

Klager Sobann, ©bmfoftomuS, Kaufmann, ©olfSroirtfdjaftler, ßeb. ©münb 
1779, ßeft. bafelbft 1854, mar aud> fdjriftfteUcrifcb tättß unb trat für bie Hebung 
beS J&anbclS unb ber ©münber Sttbuflrie tatfräfttß ein. @r mar ein roeitauS» 
ftbauenber Klann, ber feiner Seit mett norauSetlte, unb febon not bem 
Kaüonalöfonomen Cift (Keutltnßen) beffen ©ebanfen beS einheitlichen Soü* 
fraatcS propaßterte. @r fdjrtcb 1818 „Qbeen über ben ©erfüll beS £>anbel$ unb 
ber Sabrifatton non ©münb unb bie mögliche ©erbefferunß bcrfclben*, ln 
welcher er in ber ©creinißung ®eutfd)lanb8 au einem Soüftaat mit freiem 
©crEebr tm Snnern unb fmnbelSnerträgen nach außen bte ©orbebinßMtß 
einer roirtidjaftlicbcn ©ntrokflunß crblldt. ©r leßt tn btefer SDenffcbrift 
bte Klüngel beS roirtfdiaftlichen 8cben8 tn ©münb bar unb cmpftetjlt mtt fet* 
teitcm 28eitbltcf Keformcn, roeldfe, ba fte ibreT 3eit norauSetlten, leiber gum 
ßtöjjten $eii unausgeführt blieben. 2Die mürtt. ©taatbreßierung hat am i.Ko« 


16 







9?r. 2__tl 

oentber 1824 unter Seaugnabme auf btefe Senffdjrift in einer länaeren ©nt* 
fdjliefmng Slnregunß aur SluSführuttg ber äRagerfdjen ©orfchläße gegeben unb 
bfc ©tabtuerroaltunß unb bie Qnbuftrietlcn ©münbS hieau aufgeforbert. 1884 
ti'uröe SDfatjer non Bern &önig im öinblicf auf biefe 2>enffcbrift mit ber ßol* 
Jenen ©crbienftmebaille in JpanbelSfadien auSgeaeidmet. Qm Qabr 1850 gab 
3?iager einen SluSaug aus btefen „Qbeen" in öer Steüerfdjen ©udjbruderet 
heraus. Qm Qabr 1824 erroarb ÜJlatjer baS ehemalige ärarifdje ©ifenroer£ 
am ©äuntle bei ©regena am ©obenfee, baS er 1840, roeil uidjt rentabel unb 
eine SlftiengefeUfcbaft nid;t auftanbefam, au einem ©ertaufSbauS öftreidöifcfjer 
SBaren umroanbeln raoüte. ©r mar aud) au biefer 3eit ©cfdmftsfüljrer beS 
©ifcnbabnoeretnS uom Sillgäu unb ©obenfee unb fdjrieb als foldfer 1888 ,,©or« 
fd)laß einer bängenben ©ifenbabn, geführt oon QricbridjSbafen burcbS Slrgen* 
tat nach ©Sangen unb QSmj". 1889 ,,©aS roiü ber ©ifenbabuoeretn oom SlUgäu 
unb ©obenfee". Sluguft 1839 „Seredptungen ber effefttoen unb $>arftellung 
ber eoentuellen Qreguena etner ©ifenbahn etc.". #erbft 1889 „SRomente einer 
©ifenbabn mit ^ferbebetrieb non QriebricbSbafen unb Sangenargen burdjS 
Slrgental über ©Sangen unb QSntj nach Ccutfird), Stitradj unb Ulm. ®tefe 
fämtltcben ©djrlften batte er bem $önig ©Silbelm 1. ßeroibmet. @r ßab aud) 
ein grö&ereS ©Serf über ein neues SiecbnungSfoftem für ©erroaltuttgcn heraus. 

©rofeffor SUetn nennt Um in feiner fteftfcbrift 1776—1926 „©in roirtfdjaft* 
licbeö ©enie". 

aWefener Heinrich, 2>omini£anerpater in ©Simpfen a. ©., ßeft. 1498 in 
©münb. 2>te f£otentafel ber 5>ominifanet in ©Simpfen a. ©. (in ber iebtgen 
^farrfirebe oerroabrt) oeraeidmet eine 91eitje non ©Stmpfener ßonoentualcn, 
roetebe [ich in irgenb einer ©Seife oerbient gemacht haben: R. P. Henricus 
Meßner, qui libros Chori diligentissime conscripsit, cessit fatis Gamun- 
diae 1493. 

SRUctnS ©ituS, gelehrter Sheologe, ßeb. ©münb, Sögling beS ©oHegium 
©ermanicum in SRom, fßropft oon ©t. SRortb unb 2>edjant beS SiebfrauenftiftS 
in SRaina, ©rabiafon für ben 9lbeingau, SReltor ber äRatnaer Untocrfität 1595, 
unternahm fechSmat eine ©efanbtfcbaftSreife nach 3iom, 1582/83 aur ©rlanßunß 
beS Galliums für ben STurfürften ©Sclfgang oon 2>alberg, bamatS als ®ed>ant 
beS ©t. ©eoeruSftiftS in ©rfurt. 

SRöhter örana, ©ebaftian, auSgeacidjneter ©djulmann, geh. ©ontheim bei 
#eilbronn 81, Qan. 1817, geft. als ©eminaroberlehrer a. 2). ©Uroangen 17. Slug. 
1898. SRöbler mürbe im ©rnünber ©djutlehrerfeminar auSgebitbet unb er* 
hielt feine erfte Slnftellunq als Cebrgebilfe in Saubenbari). 1887 fam er rote* 
ber nach ©münb als Unterlehrer unb rotrfte bafetbft bis 1854 faft immer an 
ber untern Änabenflaffe. 1854 rourbe er befinitioer Sehrer in ©Sctlberftabt, 
fam aber fchon roieber 1859 in gleidjer ©ißenfehaft nach ©münb, bieSmal an bie 
obere äRäbdjenflaffe. ©on 1861—69 roar er ©orftanb beS fßrioattehrerinnen* 
feminarS in ©münb, beffen ©rünbung ihm oon ber JDbcrfchulbehörbe übertra* 
gen roorben roar. SRach lOjähriger ^ätfgfeit in biefen ©teüungen rourbe SOtöh* 
ler an baS ©münber ©chuttehrerfeminar als Oberlehrer berufen unb amar 
für fpradjlicbe Qächer, Siteratur unb ©efdiidjte. Qfm öerbft 1885 trat er in 
Siuhei'tanb. ©chon 1885 hatte er bie golbene Bioltoerbienftmebaiae erhalten; bei 


17 





feiner spenfionierung murde idm für feine deroorragenden Seiftungen da* 
«Ritterfreug 2. fitaffe deS 3riedritdSordenS oerlicden. ©oq 1873—1880 mar er 
■ jn ©cmeinfct>aft mit £>aug und finetdt, fpäter mit ©djneiöer unö 
'gutefet mit Heller und Scdneider fRedafteur deS „SRagaginS für ©ädagogtt , 
•$n diefeS fedried er miederdolt grö&ere und Eteinere SlrtiEet, meift SpracdltcdeS 
\ Betreffend, dcfonderS aitcd fpröd)Iid;=facf)Iiü)e ©edondlung non Sefeftüaen. 3n 
tjeroorragender Söeife Betätigte er fied fodamt an^en „Beiträgen gur ©edond* 
Iung de§ öefedudjS", melcde 1804—65 erfedienen. 

* äRödler Earl, ©r. tdeol., SRonfign., «Püpftltcdcr ©drenEämmerer, Oder, 
fdjulrat, ältefter Soljn deS Odigen, ged. 21. SRoo. 1850 in ©münd, geft. da* 
feldft am 18. 3an. 1926, erfjtelt 1873 den ©reiS der tdeol. ftatuliat an der 
ltnioerfität Südingen. 9118 EurSgenoRe deS doedm. ©ifcdofS Steepler empfing 
er mit dtefem am 2. Slug. 1875 die dl. ©rieftermcide. 3m £erdft 1875 rourde 
er .fjofmeifter Bei der £ergogin Söildelm non Uracd in Stuttgart, melcde Stelle 
er fcdoit nor feinem ©intritt in daS ^Priefterfeminar 1878—74 defleidete. 3m 
Steuernder 1877 murde er ©iEar in Dderndorf, 81. 3Rai 1878 IRepetent in 
Südingen, 11. OEtoder 1881 SudtcgeuS in «Rottendurg, 25. Scptemder 1893 
«Pfarrer in Unterfcdneiddeim, 1. ©egemder 1894 murde er gum SReftor und 
erften rotffenfedaftieden §auptledter am Sedrerfeminar in Saulgau ernannt, 
am 1. ©egemder 1907 murde idm die 9IefiorfteIle am Sedrerfeminar in ©münd 
üdertragen, am 1. Slpril 1919 trat er in den «Rudeftand. 3n den 3<*dren 
1888—91 gad er den 4dändigen Kommentar gum EatecdtSmüS für da£ SSiStum 
fRottendurg dcnauS. ©r deforgte aued die 9. Stuflage deS 3irmung8dücdlcin8 
für das ©idtum SRottendurg (gedrucEt in der Offigin non Sdjarpf u. ErauS 
1891). ©r mar ein mit Ijeroorragenden miffenfcdatlicden Eenntniffen auSge* 
ftatteter Sdeologe und Pädagoge non üderauS grofjer ©efedetdendeii und §er» 
genSgüte. ©er $1. ©ater ernannte idn gum päpftlicden ©OrenEämmcrer. ©om 
Sinnig murde er dured die ©erlciduttg deS 3ttedricdSordenS 1. Et. und die 
©erleidung deS SitetS eines OderfcduIratS auSgegeicdnet. 

Wollet fßaul, Cderdürgermeifter, ged. 16. ©eg. 1852, geft. 1. Sfedruar 1929, 
SBruder deS Odigen. ©r mar guerft ©aumerEmeiftcr und 3udader eines gröRe* 
ren ©augefcdäftS, ©ürgerauSfcduRodmann und dann ©emeinderat. SSurde am 
15. ftedruar 1894 im d^ten äöadlEampf gegen den Stmtmann (fpäteren ©egie* 
rungSpräfidenten) 3eder gum StadtfcdultdeiRen gemädlt, am 21. 2Rai 1894 
erfolgte feine ©eftätigung durct) den Eönig und am 28. 3Rai feine 
SimtSeinfefcung. Unter feiner Stadtnorftandfcdaft da* die Stadt in ge» 
gemeindcmirtfcdaftlicder und notfSgejunddeittidder #injicdt einen groRen 
Sluffcdmung genommen. Unter idm erfolgte der ©au deS SBaffermerlS 
(1894—97), der ©rroerd deS StaidtgartenS (1897—98), ©rdauung der 
Surn* und Seftdatte (1898—99), ©au der ©adanftalt (1901—02), ©au 
deS SRealgpmnafiumS (19C3—04), Umdau deS alten ©gmnafiumS in eine 
©oIfS*(Enaden=)fcduIe (1909—10). ©agu Eommen noed Sieferlegung und Ueder» 
deefung deS SRüdtfanalS und ©inriedtung der Eläranlage, Umdau deS 3tat. 
daufeS, StraRen*, SSedr« und ©riidendauten. 3n feine StmtSgeit fallen au^ 
der ©au deS 3act)fcdul= und SammtungSgedäudeS und deS neuen Sedrerfemt« 
fcarS. 1901 murde daS SteftrigitätSmerE erdaut, 1905 oergrö&ert und 1910 in 


18 









I 

ftööt. Siegte üBernommen, 1914 nmrBe 5er SlcuBau unB 5ie ÜDZcBernifterung 
fic0 ©aSrocrfS Begonnen un5 lüäBrenB BeS Kriegs ooüenBct Unter feiner 
2 lmt£füBrung erfolgte (1895) öer SluSBau BeS SleallpgeumS in ein Siealgpm- 
naftum, 1901 SluSBau 5er SlealfcBule in eine 23oüanftalt, 1898 ©Raffung einer 
lunöroirtfcBoftl. 2ßinierftf;ule, 1909 SatBfdjule, SluSBau 5er ©eroerBe. unB £an» 
t -^fcijuie un5 SilBung einer eigenen ößn&elSfcBule. (Sr toor BeroorragenB 
tii.ig für Bte (SrBauung 5er SBerBinBungSBaBn ©münB—©öppingen (Eröffnung 
14 . «Diai 1912), für Ben UmBou BeS #auptBaBnSof3, BeS groeiten ©leifeS non 
2orcB Ber etc., er BemüBte fidj unt Ben SieuBau 5er fiaferne. Unter üjrn tourte 
1895 BaS SlrBeüSamt, 1905 5a§ £aufmann8geridjt errichtet. 1919 trat er alS 
gjlitglieB 5er SentrumSfraftion in Ben SanBtag ein unB mar Bort füBrcnBeS 
STiitglteö in fontmunalpolitifd>en fragen. 1922 trat er narf) 28iäBrigetn 23ir* 
fett in Ben SRuBeftanB. 1903 murBe iBnt Ber ^itel eines ©BerBürgermeifterS 
ocrlieBcn, ferner nmrBe er BurcB Bie SBerleUrung BeS 3rrte5rid)§orBen8 1. StL, 
frer Zottig £arlS=3uBiläuntSmeBaUle unB BeS SBiiBelmfreugeS auSgegeidmet 


19 














Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 3, 
Heft 3,1930, S. 17-20 



9lg- 3©mitttfr, 9Kära 1930 3. 


^erhorrööettfce (Smüttoer 

pon Sertiß. ff r aus, Herausgeber ber frii&eren ©münber ©ßronif 

(frortfefeung) 

SRüßcr t?ranj, Sauer (©. £bo), geB. ©münb 26. ©op. 1773, geft. Stuttgart 
20. ©tat 1841, mürbe 8. CEt. 1797 gurn ©riefter geweißt, mar pon 1793 Bis gut 
SIufßeBuug ber ©enebiftineraBtei Ccßfeußaufcn im ftaßr 1803 ffomretttual bie* 
feb filofterS, ftubierte Bis 1909 an ber SlEabcmie in ©tündjen, mürbe fgl. Hofs 
maler .in Stuttgart uirb SanbfcßdftSgeidjenleBrer an bet ©calfdjule bafelBft. 
©cmälbe non ißm Befinben ftd) u. a. im Sdjloß Sftofenftetn, ScßIof 5 gu gubmtgg* 
Burg, fflofter ©töIE. 

parier Heinrich b. Sfc., ©rßauer be§ HeiligfrcugmünfterS, fam waßrfdjciit* 
litt) 1326 nad) ©münb, ftamm't nadj ©urlitt, ©auIuS mtb fflauS maßrfdjctnliiij 
pon ©ouIogne=fur älter, nad) ©rueBer uub ©eurotrtß pou ©öln (Golonia), 
ttaeß anbern aud) non ©olonia, ©donta unb ©dogna). ©cBurtSjaßr uub 2o* 
bcSjafjr ift nid)t meßr gu eruteren. Sein ©raB foll fid) im Heiligfrcugmiinftcr 
Befinben. ©fifeet nimmt an, baß bie ©miinier pon ber urfprünglid) nod) im 
©unbBogenfttl getjaltencn HetltgEreugEircße guerft baS romanifdje ?angfjau3 
entfernten unb bann baS neue gdifdje an bie Beiben romanifd)en Stirme att= 
geleßnt ßaBett. ©rft 1851 mürbe ber erfte Stein gunt 3-unbament be§ gßorS 
gelegt, (©gl. 21. ©ägele bie HeiügEreugEircße 1925 unb baS ©ntüitber ©tünftcr 
StugSBurg 1926.) 

©atlet Heinrich b. 3f., ©oßn beS DBigen, gog mie feine ©rüber ©eter mtb 
Stidjacl nach ©rag, mirb 1878 in ben SSoch-enrechnuttgen beS ©raget Som» 
Baus aufgefüßrt, ftanb 1881 im SDienfi beS ©tarEgrafen QoboE pou ©täßren 
unb erfeßehtt 28. ©opembet 1391 als Heinrich mm ©miinb in ©taüanb, mo 
er am 11. $egem6er 1891, auf 8 ©tonate Beim bärtigen SSomBau angefteüt 


20 




















18 


3(1*. 3 


n»ur5e. ©in Stbgufi feiner ©üfte in Bet ©ertoja Bet 9)iatlanb Befinuet ftcb «n 
fiteftaen fünfter gegenüber Bern ©t. ©ebalbubaltar. 

parier Sobamteb, ©ruber be§ ©origen, ift nad) SHöu§ berfclbe,^ ber tm 
3«hr 1357 guerft als SöerEmeifter be§ SteubauS be§ Sanier 3Jluniter8 er* 
fdjeint unb nadlet bie Sortlettung bc8 ffltfinfter&au* nt pretBurß ubentaBnt. 
Seine SBüfte befinbet fid> unter ber ©ierortgalerte beS SRünfterturmS in 

V «parier SRldjacI, ©ruber beb ©origen, arbeitete 1359 im 3ifieraienferEIoftcr 
©olbenEron. (Sr trat 1383 feinem ©ruber ©eter ein $au8 tu ^rag ab. 

©arler «Peter, ©aumeifter unb ©llbBauer, ©ruber be3 ©origen, geb. 1330 
ober 33 in ©münb, geft. 1397 über 1440 in «Prag. Gr fe^te nad) Reuter 
«Ofatbiab’ non SlrraS £ob (1352) ben 1344 begonnenen ©au beS Prager ©t. 
©eitSbomS, mobin er non Siaifer $arl 4. berufen worbe« mar, J ort » 
ficb guerft ba§ ©ürgerred&t auf bem #rabf<but, 1379 ba§ tn ber 
©ein SBerE ift and) bie ©rager ÄarlSbrücEe, bie 1890 burd) $o$majier teilmelfe 
gerftört tnurbe, auch leitete er ben ©au be§ ©bor§ ber ©artbolomaußftrdje 
in 8oIin. Slufferbi&m rotrb ihm ber ©borbau ber StüerbeiltgenEirdje auf bem 
£rabfd)in gugefcbrieben. (Sin Slbgufc feiner ©üfte in ber SrtforiumSgalerte 
bc§ 3>ome3 in ©rag befinbet ftt?» im Bieftgcn SeiligEreugmunfter gegenüber 

bem ©t. ©ebalbuSaltar. . a 

©finer SInton, ©tabtpfarrer in ©münb, machte fidj um bte fReffauration be§ 
£>eiIigEreugmünfter§ unb ber ©t. QobanuiSEircbe in gang beruorragenber 
Steife nerbient. ©eborett in ©cbvegbeim 16. Stuguft 1818, geftorben in ©munb 
11. Sftärg 1892. (Sr mürbe gurn ©rtefter geroeibt 28. Stuguft 1844, ©t. ^eoit* 
barbbEaptan unb £au§geiftlidjer an ber ©trafanftalt ©ottebgelt 22.• j^arg 18 48, 
©rünber unb erfter ©räfeS be§ ©efeüennereinS in ©munb 1857, ©tabt. 

nfarrer bafelbft 6. Quni 1876. Schrieb: 

®ie ßranfenftube. Sammlung ton ©eiftneten au§ berfelben unb für biefelbe. Stegen§* 

bürg 1861; @eift bei fatb. flirdjeniabrä gtegcnSburg 1863; bie Sobanniäfitdje gu ©munb 
mb 33ifc£)of SBaltber 1. bon Slugäburg 1133—54, Stuttgart 1888; Sum ©infiurg bet Beiben 
Sütme an ber Seitiglrcuglirdje gu ©münb 1497 in ber «Ätterarifcben ©etlage gum Staate 
an ciger für SSürttemberg 1890; ®ie Stircfjtoeibe in ber SodSgaffe im ©munter S^igBIatt 
1891; Ser StammBaumaltar in ber SauffabeHe ber fcetliglreuglircbe gu ©münb im Slrdjtb 
fiir djriftl. Äunft 1892; Sinei SBanbgcmälbe in ber £eUigfreuglircbe gu ©münb ebenba; 
Hebet bie ©entälbe in ber ©rabfabeüe ber Stabtbfarr!ir<be gu ©münb ebenba. 

fRatgeb 3ürg, SJialcr uon ©münb, geb. um 1480 (?), geft. lo26 (?). $at 
bat Sreuggang beb STarmeliierEIofterS gu SranEfurt a. SR. mit SBanbgemalben 
aefebmürft. Slucb ber glügelaltar ber ©tiftSEircbe in 4>errenberg, iefet tm 
SRufeunt ber oaterlänbifcben Stltertümer in Stuttgart, rührt »on tbm gex, 
1526 mürbe ein 36*0 ©atgeb, SRaler in Stuttgart, ber ebne 3weifel mit beut 
«Kaler oon ©münb ibentifd) ift, roegen «Parteinabme für bie ©aueru uttb 
•S>ergog Ulrich, naebbem er in ©forgbeim gefangen gefegt morben mar, öut* 

gerichtet. ■ 

«RaudjBeitt Oan8, ©iirgermeifter uon ©münb, in ber Seit uo« 1537 oto 

52 mieberbolt geroäblt. ©on ihm rühmt bie ©broniE, bafe er einer ber 6e» 
rübmtcften ©ürgermeifter geroefen, bie je in ©münb regierte», ffi* 


21 












19 


Sir. 3 


ein echter beutfdjer äRann ooll Kraft, 9Rut unb ©ifer, i>ex fi<^ Befon&erg ber 
faifjoliftfjen «Religion marm anuabnt. ©r ift itad) §epb ^öc^ftroaörfc^einnc^ 
iier «©crfaffer 5er non @. SSagner 1886 neu IjeraugQcgeBenen Schrift: 

ffi.'fctjreibimg imb Slngeigung beS UeBergugS, »elagerung unb Sßlimbenntg ber «Bürget 
ber Stabt Sctrtoäbifdjen ©miinb bon £ergog £anS gricbrid) gu Saufen, bem Kurfürften, 
imb «JMjilipp Sanbgrafen gu Reffen, ihrem KriegSbcII in anno 1540 beu 26. «RobemBer ge* 
frfi eben. 

gUefj g-erbinanb, ©ilbbauer, geboren 1824 gu ©miinb, geftorben bafetbft 
1871. «Racbbem er feine Sebre «18 Konbitor burdjgemacbt Batte, ging er in 
2Riindjen gut ©ilbbauerei über unö srrurr unter Seitung be3 ©ilbbauctS 
Sicfinger. Später arbeitete er unter '^aul 28irtb on ber 2>itla ©erg bei 
Stuttgart. 1850 mürbe ihm bte iKetiauration be8 6i)or8 ber §eiligfreugfircbe 
in ©münb übertragen. 2lud) fc-ae> ©borgeftiibl tu ber 2>om£irche gu Siotten* 
bürg ift fein 23erf, fomie mehrere Siliäre in oerfdjiebenen Kirchen SSürttem* 
betgS. 

«Riefe Karr, geb. 21. 2Rärg 1831 in ©ntünb, geft. 6. 9fan. 1884, aI8 ißrofeffor 
an ber ©augemerbefdjule unb am «tfolitcdjuilum in Stuttgart. SRad; Stbfol* 
rierung feiner Stubten mürbe er an ben Sombaumeifter Swirner in Köln 
unb non btefem an ©rnft au8 ’m ©eertfj empfohlen, für beffen „Kunftben£= 
mäler beS ibriftltchen 2RiiteaIterS" er alle ©lätter geiebnete. ©r leitete hierauf 
bie Ktrcbenreftauration in Soeft, mürbe 1860 gum Sebrer ber »äuge* 
merbefebute in Stuttgart bcftellt unb galt aI8 einer ber beften SlrdfiteEtur* 
unb OTameniengeitbuer feiner Seit, ©r febrieb eine „barftellenbe ©eometrie 
unb gmei ©lieber über StfeattternugSfunbe. 

non Sltefe, «Ridjarb, 3>om£apitular, geb. ©münb 1823, geft. in «Rottenburg 
6 . Oftober 1898. Slufeer nielfeitiger amtlicher Sätigfeit in Kird>e unb Schule 
tat fich biefer auggegeichnete ©rtefter auch literarifd) beroor burd) €>erau8= 
gäbe oerfdnebener Kartenmerfe über ©aläftina. Qn feinem SRacblafe befanb 
fich eine brueffertige ©efcbid>te ber Stabt Qferufalem. Slm 18. Sept. 1846 mürbe 
«Rieh gum ©riefter gemeibt ©on 1858 an mar er Pfarrer in Unterboibingen 
unb gugleid) Schultnfpeftor. 1864 mürbe er gum Stabtpfarrer in 2ubroig8= 
bürg ernannt unter Beibehaltung be8 Sdmlinfpe£torat8. £ter mürbe er gu* 
gleid) auherorbentliche8 «IRttglicb be8 Eatb- Ktrchenrat8 in Scbulfadjen mit 
bem Sitel ctne8 OberfchulratS. 2lm 27. DftoBer 1879 erfolgte feine Berufung 
unb am 30. «Rooember feine »nneftitur in8 «Somfapitel. ©r mar and; ©orftanb 
beb Siilcbgauer 2lltertum8nerein8 unb SRitglieb ber mürtt. Kommiffion für 
£anbe8gefdjtcbte. ©on 1886 6i8 1895 oertrat er ba8 2>omfapitet in ber Kammer 
ber Slbgeorbneten. 3ln äufeeren 9tu8geicbnungen mürbe ibut baS fRitterfreug 
1. klaffe be8 .5riebri^8orben8 unb ba8 ©brenritterfreug ber mürtt. Krone 
guteil, mit meid) lefcierem ber ©erfonatabel nerbunben mar. Stufeer Sluffäfceu 
in Seitfchriften fdjrteb er: 

Karte bon «ßalaftina nach ben guberläfftgften Quellen mit Befonberer Skrüdfichti gütig 
be§ SebenS ©brifti bon 81. ff. ©mmerich entworfen. StegenSBurg 1861. Sie Sänber ber 
Bl. Schrift, ^iftorifch geograpbiföer SiBebSltlaS. «Rach ben neneften unb beften Quellen, 
bargefteKt in 7 Karten, greiBurg 1864. SiBIifche ©eographie. SSoHftänbigeS Biblifch* 0 eo= 
axaphifcheä SergeidmiS als SSegtoeifer gum erläuternben SßerftänbniS ber hl- Schrift. 


22 













SQ flr.J* 

SciaaBc sum SSiBelatlctä greiBurg 1872. Seutfdje, franaöfifc&e rmb enalifdje 8Iu3gaBe; 
&cutfd&e 1895 B ritte, frcmsöjtföe 1892 atoeite Sluflage. SSanbfarte Bon ^alärtina 1889, 
2. Sluflage 1892. Atlas scripturae sacrae greiBwrg 1896. 

töoriicfcitna folgt) 


23 









Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 3, 
Heft 4/5,1930, S. 25-27 



HE RAUSGEGEBEN vom HE i MAT u. VERKEHRSVEREIN SCHWÄBISCH GMÜND 


m . 4/5 


©miittfc, < OlprtI/S0?ai 1930 


3* Söfjrgaits 


&ert>orraöeti&e ÖtttüttDer 

ooit 33ernB. $rauS, $erauSgeBer ber früheren ©münber ©ßronif 

(Qortfefcung) 

® n « lIe m TO ° rf ' 06erPir ^ cnröt ' 0eB - 16 - »uni 1843 in fRottenBurg, geftorBen 
J” „f- *°* möet *® 17 itt UntermarcBtal. @r empfing Me SßrieftermeiBe am 
• 2tUS * " öt ® iföt in steinßß « ßei £aH unb in Mottmeil, Farmer* 
luuier tn StisBeim, Mengen unb UnterBoiBtngen, 1873 ^räjeptoratSnermefer in 
©eilberftabt. »m 6. OEtoBer mürbe er auf bie Bieftge Jtaplanet su (St. 3lifo* 
laus ernannt u. mürbe gugleicB £auSgeifiIicBer an ber Strafanftalt ©oiteSjclf. 
3lm *• ® e äem6er 1892 mürbe er Stabtpfarrer unb ©arnifonSgeiftlicfter unb 
um 19. Dion. 1901 S>efan beS Kapitels ©münb. Qm QeBruar 1913 erfolgte feine 
Ernennung gum ÖBerfircBenrat. ®cr ©emeinberat uerlieB iBm anläftlicB 
feines ©tntritts in Ben SRuBeftanb unb feines SIBfdtfebS non Bier baS ©Bren* 
Burgerredpt. ©r mar ein oorBilblicBer £irte feiner Serbe unb genoß ölige* 
meines Vertrauen unb bie OocBacBtung ber gangen Stabt. Unter iBm mürbe 
'f u erBaut unb bie BöBere fatB. äRäbcBenfcBule errietet, er forgte ba* 

ntr, baß ben SranfenfcBmeftem ein Seim in St. ©lifaBetB erftanb. ©r mar 
ein eifriger Qörberer beS fatB. SereinSleBenS unb beS fatB. SJereinSBaufcS. 

SiBcrr Qgttag SBomaS, ScBuImann, geB. fRedBBerg 15. $eg. 1801, geft. SüritB 
10. SOiai 1870. ©r mar STauBftummen. unb SlinbenleBrer in ©münb, ©eBilfe 
«U16S feit 1821, 1825 ©rgieBungSrat ber flantone 3üricB unb S^Burgau. 
StBinleBer Slbam, ©münber ©Bronift, fcßrieB eine ©Bronif o. 1595. 

®<pne<f non £einricB, tropft in ©münb 1327, als SeinricB 3. Sifcßof non 
. iigeißurg tmn 1337—47, refignierte in leßierent QaBr unb naBm feinen SSoBn* 
in ©münb, mo er 18. 2>eg. 1868 ftarB. ©r ift im Scljiff beS #eiligfreug* 
«umfterS Begraben, 


24 





























26 


«Rr. 4/5 


SctjBolb ©gib, 2«alcr, geB. Omütt b 16. »alt 1794 geft. Wm i «• ®«ß. 
1Rfi6 g r lernte Bei analer £uBer tn ©et&enSorn, Befugte bte Slfabcnuen in 

Sw!Ä & eteUU ®«eu.i*l«nb - »—«- 5* 
1830 in feiner S3aterftabt alS 3eichenlef>rer angeftettt. Silber oon ihm Bef 
ben fid) tn €>änben einiger ©ntünber gamilien. 

©pinMcr ga£oB, ©Bronift, SJWncB in SorcB, feäter Pfarrer in ©nütnb, geB. 
1496, geft. 1565. 

Stablinger Seo Sgnas, mürttemBer gif eher attilitär, 
er fcBrieB: ©efd)id)te beg wttrtt. Ärteggmefeng, SStuttgart 1856, SRiIttar&ünb 
Such beg Königreichs SßürttemBerg, «Stuttgart 1836-45. 

stegtttaier Stans, geB. 20. Sto». 1821 su ©münb, geft. 1891, StabtBau* 
JÄÄ ^ten Sauhanbmerterfamttie, 

S!ä-ä ä 3 

SBIinbenafglS unb ber SeicBenBatte. 

Stetble SeyBhttn, O&etleBr«, geB. am 14. Slug. 1828 
14 Stnril 1901 in ©münb. Sefud)te bie «Praparanbenanftalt tn Kottweil 

nnb bag Srerfeminar in ©münb, fanb nnftänbige Sermenbung m W 

Wr~ziBSB§m 

S CICM4*. «W«IW» •** »» •**»“ i 3STÄto, 

£alB. 2ef)ternerein§ war et non atten feinen Bottegen 9 . {m fo , 

«k-Hbässs» 

K 5>eiBcIe ftammt. 

(Storr non Cftradj gofcpB gcrölnanb Slnton, geB. 1715, geft 1/95, 1757 sutn 

;rl)n>iißiiä)en flrei&tnfien, nmtbe 1/6 <* u [j 1782 oon bett 

Riemen Kan» nmrta aui S«n «xetStaB am W-jW« 

*5Ä* »eiben be« Sttwmeifte« «.« 

fl 1707. auf btefen folgte alS lebtet SB* Krähet (fieBe unter K) Sinf Storr 
£» oittcü foiete M um xtimmim mmmtrn »etsmenoer. 


25 











9tr. 4/5 


27 


©tfauBcttmiiaet fto&ann, @d&ulmmtn u. Sicftter, geB. ©münB 11 . M 1814 
r ( eit. im 9to»entBer 1897 in 9?euijorf. @r mar als Scfirer in Stuttanrt- rSimimf» 
uni tätig, Beteiligte M 1848 .. 6er t^tutio S Zun» m"i 

wanierte 1852 tut* «meriEa ans. 9 „ -Baltimore na 6 m e eine Xe" «ui 
ßrgamftenfteffe an ier iortigen et SWitfjaeBgemeinie an. ’ 

yMm^ä ® co !?’.f ce - 1786 *» SBanetftetn, geft.in (Situini 1782. SetiieuIeSrcr 
- an »T Sc,t ‘!' al,a W miiu ' f ist Sran a iiEaner!iri,e nni nkt“ f o" 
tot» ans Bet ametten Sälfte ie« 18. »rBunierts rüBren non Z «« 

SltoBet «rar ier erfte ScBret an ier 1777 in ®miini mieteten SeitBenWuIe! 
@•#8 Senjel STtoB, Xr. ntei., nBilofonBittfi aeBitieter 3nt mt tz* r ii< 

W 38 - **• “ 2 SÄE 

ri frp m e ? aM= U f Sönöp ^ftfu§ und wedelte im 3*ftr darauf fneie 

rHih P r^L ß 5nnÖer ' i Cr 6l§ ö ° öin erfter Staöts Ultö Sinöpr^rifu§ mar 
Shu? «rö»ö eine neue tnrart BeS SBunBftarrframpfeS, mit Ber er auefi ü&er- 

ra,rf>en5e Seiler olge eraielie. 1801 ueröffentlidjte er im ,©n ünL SrS: 

“ *“ 8 “ •»»* *» <*«* 

Unietfec Slöolf, Sta&tfdjultljeift, tit. ©BerBüwermeifter ««» /tu*,:«?, ?, r 
gcBoten 26 . StonemBer 1842, e eft29. Sinn. Sf fSS StfXnV« ' 
niar als junger «jurift im StaatSBienft tätig unB lieft fiefi 1872 al? Victhi/ 
r «It in feiner ***** nteier. 1876 n,«8tie «n ier CBerZSS 
.aup&eim_ tn Bte Kammer Ber SIBgeorBneten, Ber er Bis *u feinem £nf> rm 
ecöorte. 9fn mehreren Äommifftonen entmicfelte er eine feftr gefcfiäöte Ber* 
uorrageitöe Satigfeit. 810 <PoIitifer ftanö er auf Bern fÄli Äen Sfa»I 
l 8 ' 7 ® urÖ€ er sunt StaBtfdjuliljeiftett geroäftlt, 1886 erfiielt er ars 
eine§ ßßerBürgermeifterS. $ie ßanalifieruitg Ber ©taBt 
* * /i° f trt ^ Crunß ' ÖIC Regulierung alter unB Anlegung neuer Straften' 
he ©rrtc&tung jmeier ©cftulftäufer, Bie SReftauraticn Ber Sta6tnfarr!ir*e & Bte 
Grmeiterung Ber SortBitBungSfdjuIe, Ber SReuBau BeS fogenannten SBaifen! 
6au)e^ Bie ©rmerBung Ber ©aSfaBrif Burdj Bie StaBt fallen in feine SlmtS 

SrX ¥ »orB«elfet t“"'"™“" 8 mb in 8'i«8«ffenreautier!tn fl tnnrien 
ecriies« re,,£t SBom S6ms a,UIi,e tfw ist &rfeiriJ)8orien 1. Stafle 

(Scftluft folgt) 


26 















Krauß, Bernhard: Hervorragende Gmünder, in: Gmünder Heimatblätter 3, 
Heft 6,1930, S. 41-44 



9l€« 6 ©rafittb, Sunt 1930 3* So^rgöttfi 


Äert)orrogen5e ömöttoer 

»Ott Sernlj. & r a u ß, tferaußgeBer Ber ftüBeten ©mfinBer ©&ronif 

Setter SRehtBoIB non ©ntünB, ftlertfer 6er SMÖjefe StugßBurg unB 9Jlagtfter 
6er treten Äünfte. SBm wurBe out 28. 9lon. 1862 non Sapft Ut&att 6. 6te Sin» 
wartfdjaft auf etn Seneftatum Bet ©t Seter in ©trafjBurg netlteljen. 

Setter Srana 3Eanet, erfter Xenorlft am Stuttgarter #oftljeater non 1880 
an, geB. ©ntünB 1800, ßeft. Sult 1845. 

Soßt SoBanneß Efjomaß, Slegenß ant Sriefietfemlnat tn SottenBurg, geB. 
©ntünB 10. 2>ej. 1760, ßeft. StottenBurg 15. Oft 1825. ®r nmr6e 1794 nont 
SWagiftrat tn ©ntünB alß ßffentltdjer ßeljrer an Bet BeutfdEjen ©t&ule feiner 
SaterftaBt angeftellt unB BefletBete Bte ©teile Btß 1798. @r war alß flanael» 
te&ner feBr gefdjä&t unB gaB feine SteBigten in 18 SänBen Berauß. 1825 
wurBe Sogt, Ber QfnBaBer etneß ftanonifatß Bejw. einer flupIanetpfrünBe 
tn ©ntünB war, alß Stegcnß an Baß Sriefterfeminat tn SRottenBurg Berufen. 

Sogt ffafpar, Saumeifier nnB Sil&öauet, geB. ©ntünB 1584, geft. BafelBft 
28. SKärj 1644, Seftaurator Beß ©t ©alnatorß, ©r&auet Bet »weiten helfen« 
fapelle, Ber #errgoitßrulMBapeIIe unB Ber SteutßBrücEe Beim SrieBBof. 

SBattnentnadKr Sofef, Sftalet auß SEometBingen, malte 1776 Bte $ecfenge« 
mSIBe unB ©eitengemälBe tn Ber ©t. SeonljatBßftrcBe (pteHetdjt audj Biefe in 
Ber fSfrattatßfanerftrdjs). Son iljm ftttB and) Bt* SlafonBgemälBe im $auß 
2Jtünfterpla& 10, einem eBemalg. n. ©taljlfcBen $auß. 

fgarBef Seif, geB. wr 1400 in ©ntünB, aulefct furfürftltdj fadjftfdjer SRat 
nnB Stjefanaler in Sorgan; gelt 1 Sunt 1584. 

Keitmann Qfofef, StIBBauet, geB. ©münB 0. fDiät» 1811, geft. SBten 28. 
fltära 1897. ©r fam fäon in früBer SfugettB nad& SBten unB na&m ttnientdjt 


27 












42 _ 91t. g 

Alt Bet Borttgen JhtnftaEaBemie. ©r mar »otneBmlidj «IS ÄleinpIaftlEer tätig 
unö pflegte mit 93orIieBe BaS £iergenre. SBeitntann mirEte 40 3faljre fjinburdj 
an Ber JDBerrealfdjuIe tm 4. SegirE n»B an Ser ©taatSgemerBefdjuIe. ©eine 
Sodjter 9Rinna, meltBe 1875 tm tllter »ou 80 Mren ftarB, moBeHterte Be« 
fortöerS SSögel uttt& ©lumeit nadj Ber Statur. 

28i&emann 2&ilöelm, CgL preuß. ißtofeffot, SBilBBauer utt& ©ilBerfdjmieB, 
geB. 28. OEtoBer 1856 tu ©münB, geft. 4. ©ept 1915. (£8 zeigte fit§ fdjon in 
frü&efter 3fugen& fein Äünfttertalent, ftfjon mit 5 3a&ren getdfjnete unB malte 
er gunt ©tarnten Ber 83orü6ergeBenBen an Bte feinet SBoBnung gegenüßerlie* 
gem&e ©treuer 9Renfd>en, £iere unB Sam&fdjaften. 2Rtt 14 faßten £am et als 
äRoBeßeur* unB 3ifeleutle&rling in Bie 2RetaIlmarettfaBrtE non ©rfjarB tu 
©öljne, mo et Bereits an Ben ©ntmürfen für eine Steifte Eünftlertftfter ftuffet« 
ten mitmirEte. 1875 murBe er non $rof. $ri& ». SRüHet, 2Rün<ften, in Beffen 
Sltelter aufgenontnteu unB Bort in Bte SBun&ergänge Ber SRetaß&earftettung 
etngefüftri 1878 ging er natft Stom, gunädjft in eine größere ©ießerei, mo er 
u. a. eine große SßrunEpIatte mit Bern (EronoS im SRtttelfelft, umgeBen non Ben 
4 SRenfcftenaltern, Ben 4 QfaftreSgeüen unB Beu 12 ©ternBilBeru nadj eigeueu 
©ntroürfeu mo&eHterte unB gif eiterte. S5a er gu ^ungetlöftnen arBeiteu 
mußte, matftte er fttft felBftänBig unB fertigte ftetrortagen&e ERetaßarBeiten 
für römifcBe 3tomeltere, meldje iBu ießodj «udB aaS&euteten, gulefct arBettete 
er für einen ftangöftftften ©tlftftauer ©taf B’epinap. «uf Ber äuSjteHung 1881 
in SRüntften fan&en feine «rBeiteu große »netEennung. 

1888 erridjtete er in SRÜncften eine eigene SBerEftätte. SBetfcftieBene aner« 
Bietungen »on Beutftften Äunftgemerfteftftulett maren iBnt fcfton in Stom ge* 
ma<Bt motften, audj »on Ber ÄunftgemerBefäuIe »on Stuttgart, er folgte aBer 
Bern Stuf Ber ShtnftgemerBefcfjuIe SranEfurt als Ber aJtetft&ietenBen. 1885 
naBm er Bort feine SeftrtättgEett als ßeBter für äRobettteren unB Stfelteren 
auf. 2>ort ftftuf er eine gange Steifte BeBeutenBfter SBerEe Ber ÄtletnEunft in 
SRetall, ßarunter für Königin Olga »on SBürttemBerg, Ben Beutfdjen ftaifer 
(StennpreiS), Bie ©ta&t SfranEfurt (£afeIf(ftmu<E); Biet ftftuf er audj feinen Be* 
rüftmten ©loBuS, Ber mit Bern ©djmudfdjretn für ftöntgin Olga als feine 
Beften SBerEe Ber ©ilBetftftmie&eEunfi »ou Stennern Begeiäjnet met&ett. 9fm 
Qaftr 1889 murBe SSi&emanu gunt Egl. preußtfdjen ^rofeffor ernannt Slun 
ging SBi&emann audj gur ©roßpIaftiE ü&er unB geigte feltene ©tdjerftett für 
großgügtge Sarmeu unB SRoßette in ©tein unB ©rouge. Suerft ftftuf er für 
einige ©ri»atBauten granEfurtS fteruorragen&e ©il&ftauerarftetttn; Bann 
murBe er »on $PauI SBattot, Bern ©rBauer BeS Beutfdjen StetdjStagSgeBäuBeS, 
gut SRttarfteit an Ber plaftifcften ÄuSfcftmütEung BeSfelBen 1898 nacft ©erltu 
Berufen. SBiöentann fcftuf am SteidjStagSgeBäui&e gafjlretdje ©^lußfteine au 
^enBerBögen, Bie erften Sflüffe SJeutfdBIanBS BarfteßenB, in Ber Oaße BaS 2% 
SReter BoBc ©tan&BilB BeS SiaiferS SRastmilian in S^ronge, an Ben ©d^mal* 
feiten BeS Sor&auS gmei große SBappenreliefS, an Ben ffinBen Ber SSanBelBatte 
gmet geBeimuiS»otte fpBin^artige SaBeltiere mit ftlügelBelmen, 83rongereIiefS 
»du Ärieg unB SrrteBen, im ©iBreiBfaal BeS StorBmeftturmS BefinBen fi$ »ou 
i$m moBeHterte SRtfdjefiguren, Bie »ier ©lemente BarfteffenB, in Bet ©iBItot&eE 
eine' tpalaS SÜBene tu ße&enSgröße. .ferner fcBuf er BaS figurengef^müd^ 


28 






9fc. 6 __ 43 

. ■ 1 ■-- — 1 1 'fWWii ■ •*, 

©ieBelfelö 6eS fReijBgtaggpräfiöialgeBäuöcS, Figuren am ftaifer^tleöricB» 
mufeum, am berliner 2>om, SReliefS im $errenBaufe, fomie Me BilöBauertfcBe 
StuSfcBrnüdung öer groBen Slmerifaöampfer 2>eutfcBIanö unö SSUBelm 2. Siet 
BefcBäftig* mat <mc§ SBiöemann für ©ruppen w. SRifcBefiguren im Tiergarten« 
Mertel unö für öag berliner «Rathaus. 2>a6 SRatBauS in Äaffel Birgt aeBn 2% 
SJletei $o^>e Figuren aus feiner £anö. SefonöerS ermähnt fei audj fei» 
©eigerBrunnen im Bteftgen ©taötgarten. SIBer au# feiner urfprünglitfjeu 
ihinft, 5er ©öelmetaHperarBeitung, BüeB er Iren, öauon aeugen 5ie Mer mä#» 
tigen 1,60 SReter B«Ben fitBernen StrmieucBter im SteicBStaggpräfiöialgeBäuöe, 
ein großer TafelfcBmud für öaS Shmnprinaenpaar, feine fie6en ©mailprunfftüde, 
non 5enen BefonöerS 5ie Beiden £auptftüäe „Tie ©Köpfung" nnö „3to ©ife* 
genannt feien. Stu# am SrrteöenSpataft im £aag arBeitete er wn5 Bier fei fein 
propfjetifcfjer Slicf ermähnt, meieren er Bejüglidj öeS SSeltfriegS Befunöete. 

(v r Mir*-»* nämlicB unterm 15. «RooemBer 1912 an feinen Sugenöfreunö: 

„i»ier # Sir einige Sorten ton Öen toier Steliefä Bei, öie i# in 14 Sogen gufam« 
menge arbeite &a6e. Sie SlrBeiten finb giemli# groß, baljer audj nidjt toeiter öur#gefüljrt. 
Ser Sna.w.. vJataft iffc üöeröaupt ein SJIöbfmn. Sefct tnacöe idE» nod) Öen <S#lüffeI öafür 
imö toenn oue§ fertig ift, öonn gebt Öer Seufel Io§." 

©eine lefcte 2trBeit ift eine üBerleBenSgroBe ©ruppe, metcBe nun im Bief. 
ÄunftgemerBemufeum fteBt, „Tie flreuatraguug ©Brifti" öarfteüenö. ©in 
©ngel öeS $immel§ Btlfi Bern in 5ie £nie gefunfenen ©BrtftuS öaS Äreua 
tragen mit Öen Süden na# oBen toeifeuö. 

Sür feine Berporragenöen Stiftungen nmröen SBiöemann groBe StuSaei#* 
mtngen au teil. Ter Äuifer uerlieB iBnt öaS ©roBfreua öeS «Roten Slöler* 
oröenS unö öen fgl. preuBifcBen ßronoröen, oom Slönig non SBürttemBerg 
Ji'uröe er mit öer groBen golöenen aReöaiDe für Äunft unö 2Biffenf#aft am 
Sanö öeS StronorÖenS au£geaei#net unö öie ©taöt ©münö oerlieB iBnt öaS 
©BrenBürgerre#t. 

SBijjünger ftoBaitneS, geB. in ©münö, geft. 1448 in 28ien, ,/öer Sater öer 
matBematifcBen unö aftronomif#en 23iffenf#aft in Teutf#Ianö" öer heraus» 
geöer öeS erften StalenöerS. 

SBoHer SafoB, SilöBauer aus ©münö, oottenöete 1556—57 öie ©raBöenf» 
mäler öer roürtt. SeraogSfamiUe in öer TüBinger ©tiftSfir#e. 

Seilet ©eBaftian, geB. 2ti#elau 22. äRära 1812, geft. ©münö 25. £>ft 1872. 
©r touröe 13. ©epi. 1887 aum ißriefter geroeiBt unö 20. ßfto&er 1841 Kaplan 
oö ©t. SatBartnam in ©münö, mel#e ©teile er Bis au feiner ißenfionierung 
om 26. DftoBer 1869 inne Butte. Um ©münö B<*t er ficB BefonöerS peröient ge« 
macBt öurcB öie ©rünöung öer nocB BefteBenöen Sei#engeIöSanftaIt im $aBr 
1842. @r gaB aucB 1868 als ^räfeS öer marianifcBen Kongregation ein ©eBet» 
unö SetracBtungSBucB für SereBrer SJtarienS BerauS: „äRaria unfer SorBilö 
unö unfere SRutter", »on öem BiS ©nöe öeS porigen SaBtBunöertS immer 
neue Stuflagen erfdjienen. 

SiffelmiHet ^eter, auS ©münö, SHerifer öer ®iöaefe StugSBurg, erBiett 
22, Stuguft 1861 ein ©enefiaium in ©olaBurg, mar ©uBnoütriuS öeS Jaifer* 
ItcBen $ofS, 


29 








44 


9Rr. 0 


9 la«trcg 

«Dürft »ofef Slnton, Oberlehrer, geh. 5. 3Dea. 1810 in ©faubaufen C3t. 
fingen, geft. 2. ©ept. 1910 in ©ntünb. 1884 &i 8 1886 3ßfllinfl be£ ^tefigen Scg» 
rerfentittarS, bis 1845 Unterlebrer in Saupbeim, t»on 1845 an in ©ntünb mit 
SfuSnabnte 5er ftabre 1858 btt 1859, 5ie er att 5eftniiiper öe^rer in 9Jlun5er. 
fingen ä ubra«te, ftnben mir ihn btt 1 . »uni 1888 in unterer ©tabt tätig.. »ra 
1 . »«nt 1888, alfo nt« 72 »obren, trat er in 5en IRubeftanb. ®tt*f 0 *W*tJ äu 
5 en betoorragenbften Sebtern beS ßanbeS, ein ERann unerntüblt«er Etr&eit, 
5 er ernften SebenSfübrung un 5 tiefer SReligiofität. ®r erfreute ft« ßlet«er 
£o«f«äbung non ©«ülern un5 ©Itern. 1858 würbe «nt 5ie ühttbilbung non 
©räparanben übertragen. 1872 btt 1888 war et ©orftanb be0 btef. Sejrertn. 
nenfentinatS int Nebenamt (Sr mar erfoIgrei«er ERitarbeiter non pdbagogt* 
f*en 3eitf«riften, wobei er inbbefonbere für 5ie Slnf«auli«!ett 5e@ llnter. 
ri«t 3 eintrat. 1860 würbe et für eine bie 8 be 8 ügli«e Sttrbett prettgefrönt. 
1881 würbe «nt nont äönig bie golbene ©erbienfintebatae nerlieben. 1886 
cerlieb «nt bie Stabt, att erftem, baS ®brenbürgerre«t 3Rtt SReftor ^ir. 
falar, ©tabtpfarrer ©ftfeer, «Profeffor £aug, Oberlehrer ©taget unb mm 
war $urft eifrig an ber ©rünbung be3 UnterfiüfcunggperetnS ber fatbol 

Sebrer beteiligt 

SRüüet ßontab, Oberlehrer, geb. ant 80. ©ept 1847 tn ©«elflingen, geft 
in ©ntünb 7. ©ept 1920. ©on feinen 47 Sienftjabren wibntete er 48 feiner 
«ebrtätigfeit ber ©tobt ©münb, 21 »obre wirfte er au« an ber einzigen 
©räparanben* unb Süfpirantenanfta«, «wie ciele »obre att ©orftanb bes 
ficbrertnnenfemtnarS. ©eine ©«ule war eine 2 Rufterf«uIe. ©t beteiligte ft« 
au« ant öffentli«en Sehen feiner „^wetten ©aterftabt ©ntünb", wie et? Jte 
nannte, ®r batte «ine feitene SRebnergabe unb war Iiterarif« febt ntel tätig. 
3 U 8 langjähriger ©efretär unb aweiter ©orftanb beS $anbett* unb ©ewetbe* 
ceretttt, beut er ein ganaeS 97ienf«enalter feine Slrbeitttraft unb feinen IRat 
geliehen batte, war er non allen feinen gewerbetätigen ERitbütgerü ho«* 

gef«äfct 

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